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18.02.2010, 08:30
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Die edlen Absichten der Milliardäre
Eine der verschwiegensten Milliardärsfamilien Deutschlands pumpt ihr Geld in ein verwegenes Projekt: Sie kauft einen Luxuskonzern zusammen. Der Reimann-Clan, Erbe der Calgon-Erfinder, greift mit Labelux die Großen der Branche an.
von Gregor Kessler Mailand
Enges schwarzes Hemd unter knappem dunklen Anzug, Stahlarmband, ein Backenbart, der den US-Fotografen Terry Richardson neidisch machen würde, und das Haar in kontrollierter Wildheit nach hinten gestrichen: Wie Reinhard Mieck da in der Bar eines Mailänder Hotels sitzt, sieht er nicht aus wie jemand, der bis vor Kurzem in Bukarest Spülmaschinentabs verkauft hat. Eher wie jemand, der bei einem jungen, wilden Modelabel arbeitet und das auch zeigen möchte.
Labelux-Chef Reinhard Mieck
Tatsächlich aber ist es anders herum: Die Modelabels arbeiten für Mieck. Seit Anfang des Jahres ist der 42-Jährige, der für den Calgon-Hersteller Reckitt Benckiser das Osteuropageschäft aufgebaut hat, Chef von Labelux. Und dahinter steckt ein verwegener Plan, ein ehrgeiziges Projekt, in das viel Geld investiert wird: Labelux ist ein Band, das einmal einen Strauß Luxusmarken zusammenbinden soll.
Bislang ist es eher ein Sträußchen. Neben dem Schweizer Schuhlabel Bally gehören mit Solange, Derek Lam und Zagliani drei kleinere Schmuck-, Mode- und Taschenfirmen zu der Holding. Das soll sich bald ändern.
Deshalb fliegt Mieck kreuz und quer durch Europa, um die nächsten Zukäufe vorzubereiten. "Ich werde Labelux zu einem Key-Player in der internationalen Luxusbranche aufbauen", rammt Mieck einen Pflock ein. Mit anderen Worten: Bei
LVMH ,
Richemont und
PPR soll man sich den Namen Labelux schon mal merken.
Die Beteiligungen der Familie Reimann
Selbstbewusstsein mit Luxus zu paaren kostet viel Geld. Davon hat Mieck genug. Denn hinter Labelux steht die Familie Reimann, die große Unbekannte der deutschen Milliardärslandschaft. Die Informationen über die Erben der Calgon-Erfinder bestehen aus einem Häufchen Gerüchte: In der pfälzischen Diaspora um Ludwigshafen leben jene vier Reimann-Familien, die sich nach dem Tod des Patriarchen Albert Reimann nicht haben auszahlen lassen, bescheiden und auf ihre Privatsphäre bedacht. Dividenden werden angeblich keine entnommen. Die verbleiben in der Familienholding Joh. A. Benckiser (JAB).
Und der droht so bald keine Kreditklemme. Mit einem geschätzten Vermögen von über 7 Mrd. Euro rangieren die Reimanns laut "Manager Magazin" auf Platz fünf der reichsten Deutschen.
Bis heute hält die Familie über JAB knapp 16 Prozent am Haushaltsreinigergiganten Reckitt Benckiser. 1999 aus der Fusion zwischen Benckiser und dem britischen Unternehmen Reckitt & Colman entstanden, gilt der Konzern mit Marken wie Kukident, Clearasil oder Sagrotan als Benchmark für Profitabilität in der Branche. Sogar 2009 legte der Überschuss um mehr als ein Viertel zu. Die Gewinnmarge liegt seit Langem deutlich über 20 Prozent. Konkurrenten wie Henkel oder Beiersdorf schaffen gerade mal die Hälfte. Bei einem Umsatz von zuletzt knapp 9 Mrd. Euro fließt Jahr für Jahr ein stattliches Vermögen an die Reimanns.
Teil 2: Mieck ist mehr als der Business-Punk
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Aus der FTD vom 18.02.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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