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12.03.2009, 18:33
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Dossier
Den Aktienkurs steigern, Risiken minimieren, Strategien entwickeln: In der Krise erwarten Investoren wahre Wunder von Finanzvorständen. Die können diese Ansprüche kaum erfüllen - Rücktritte und Rauswürfe häufen sich.
von Martin Scheele (Hamburg)
Die Finanzkrise hatte für Thomas Hetmann üble Folgen. Am 18. Februar wurde sein Abschied vom schwer angeschlagenen Autozulieferer und Wälzlagerhersteller Schaeffler per Pressemitteilung besiegelt. Jürgen Geißinger wollte es so. Eingeweihte raunen, er und Hetmann seien aneinandergeraten, als der Finanzchef plante, harte Zahlen über die desaströse Lage im Konzern an die Gläubigerbanken weiterzugeben. So viel Transparenz wollte die Schaeffler-Spitze nicht zulassen. Die Banken empfanden die Situation als äußerst unglücklich, das Verhältnis der beiden Manager war zerrüttet - und raus war Hetmann.
Hannover-Rück-Vorstandsmitglied Elke König musste gehen
Der Schaeffler-Manager ist nicht der einzige Finanzchef, der sich um einen neuen Arbeitsplatz kümmern muss. Seit einigen Wochen häufen sich die Abgänge von Chief Financial Officers (CFOs) im ganzen Land. Die
Axel Springer AG entledigt sich trotz eines Rekordgewinns ihres Finanzvorstands Steffen Naumann. Die Deutsche
Post muss schon zum zweiten Mal seit September 2007 den Posten des Chefkämmerers neu besetzen.
Hannover-Rück-Vorstandsmitglied Elke König geht ebenso wie Reinhard Rupp vom Pharmagroßhändler Phoenix. Und bei der Reederei Hapag-Lloyd verabschiedete sich Finanzchef Maarten Henderson bereits nach vier Wochen wieder. "Seit dem vergangenen November haben die CFO-Suchen deutlich zugenommen", sagt Kajus Rottok, Headhunter bei Ray & Berndtson.
Kursinformationen und Charts
Die Ansprüche steigen. "Finanzvorstände stehen in diesen Zeiten vor einer Herkulesaufgabe", sagt Heinz Juchmes von der Personalberatung Signium. Vorbei sind die Tage, als CFOs nur das Profil eines grauen Buchhalters und Zahlenbereitstellers erfüllen mussten. Der ideale Finanzvorstand von heute ist Tausendsassa: Er muss Risiken minimieren, den Geldfluss sicherstellen und den Aktienkurs steigern. Er ist oft Sprachrohr seines Unternehmens und immer öfter sogar eine Art Ersatz-CEO. All diese Anforderungen zu erfüllen, das ist schon in normalen Zeiten schwer. In diesen Krisenwochen ist es fast unmöglich.
Bis vor wenigen Jahren hatte der CFO nur eine einzige Aufgabe. "Er war eine Art Dienstleister für die anderen Vorstände, die dann die Entscheidungen getroffen haben", sagt der Münchner Personalberater Jürgen Buschmann. Noch-Schaeffler-Finanzchef Hetmann hat die klassische Karriere durchlaufen. 1997 fängt er als Chefbuchhalter beim Chemiekonzern Hoechst an. Seine Ausbildung für diesen Posten war ebenso tadellos wie umfangreich: diplomierter Ökonom, Steuerberater, ja sogar Wirtschaftsprüfer.
Hetmann leistet gute Arbeit, steigt auf. Zunächst wird er Bereichsleiter Rechnungswesen bei Veba Oil und Hoechst. 2001 macht ihn Aral zum Finanzvorstand. Die Anforderungen an den Manager bleiben stets mehr oder weniger dieselben: Im Wesentlichen beschränken sie sich aufs klassische Controlling.
Teil 2: Wer bei Schaeffler entscheidet
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Aus der FTD vom 13.03.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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