Claas-Geschäftsführer Theo Freye und Juniorchefin Cathrina Claas
Nein, wenn der 16 Tonnen schwere "Lexion 580" den höchsten Berg auf der Teststrecke erklimmt und sich auf der Kuppe allmählich vornüberneigt - an diesem Punkt hat die gemächliche Fahrt im Mähdrescher etwas von einer Achterbahn kurz vor der Schussfahrt nach unten.
Doch die Spannung währt nicht lange. Dafür liegt der Hof Loermann zu idyllisch: Inmitten von Wiesen und Feldern, gesäumt von einzelnen Baumreihen. Hier in Harsewinkel, zwischen Gütersloh und Bielefeld, dürfen die Kunden des Claas-Konzerns ausprobieren, was der viertgrößte Landmaschinenhersteller der Welt alles zu bieten hat: Traktoren, deren Reifen jeden Bauern überragen. Feldhäcksler namens Jaguar, die Mais ernten oder Lavendel pflücken und weltweit öfter verkauft wurden als jeder andere Häcksler. Oder eben Mähdrescher wie den hellgrünen Lexion, dessen höhenverstellbares Schneidwerk trotz seiner 20 Zentimeter langen Dornen nicht einmal am Berg im Boden stecken bleibt. Keine Frage: Starke Dinger sind das.
Das gilt auch für ihren Hersteller. Das Familienunternehmen Claas erzielt einen Rekordgewinn nach dem anderen, ist hochprofitabel. Sogar die Konkurrenz lobt die Produkte der Ostwestfalen. Nichts, so scheint es, trübt dieses Bild des Erfolgs - wäre da nicht eine junge Frau, die seit einiger Zeit für Unruhe sorgt: Cathrina Claas, Juniorchefin und designierte Nachfolgerin ihres Vaters Helmut. Gleich drei Topmanager aus der Konzernspitze haben seit Ende März das Unternehmen verlassen, darunter der Sprecher der Geschäftsführung.