Merck-Chef Karl-Ludwig Kley
Karl-Ludwig Kley ist also ein Mann mit ganz und gar außergewöhnlichen Hobbys, über den es etwas zu erzählen gibt, was vor allem deshalb erstaunlich ist, weil so wenig über ihn erzählt wird. Kley, 58 Jahre alt, Spross einer Managerfamilie, stand immer im Schatten anderer. Seine Leistungen sind anerkannt, er hat brilliert bei Bayer und noch mehr als Finanzchef bei
Lufthansa . Sein Name wurde gehandelt, als es um den Vorstandsvorsitz dort ging - doch er hat es nie ganz an die Spitze geschafft. "Ein guter zweiter Mann", bescheinigten ihm Weggefährten seinerzeit - was ein bitteres Lob ist.
Auch jetzt, als Chef des Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmens
Merck entscheidet Kley nicht allein: Er agiert im Auftrag der Eigentümerfamilie, die den Konzern traditionell steuert. Kley ist ihr stiller Exekutor - und in dieser Rolle plustert er das mittelständisch geprägte Unternehmen zum Weltkonzern auf.
Wie gern Kley diesen Willen exekutiert, konnte man erst Anfang März besichtigen: Da lachte Kley in die Runde, machte Witze mit den Journalisten, die er kurzfristig hatte zusammentrommeln lassen. Dies war sein großer Tag. Allen sollte klar werden, dass er mehr ist als ein Zahlendrechsler, ein knallharter Rechner.