* * *Vier Jahrzehnte später, in Frankfurt. Ein Mann in seinem Turmzimmer. Den Kopf zwischen den Schultern, die Ellenbogen auf den Knien, die Augen auf den Boden geheftet. So als wolle er nicht hinausschauen auf dieses Asphaltgewimmel, auf Menschlein und Autos, die dahingleiten wie von Geisterhand gezogen. Kein Laut dringt herauf. Am Horizont versinkt der Feldberg im Novembernebel.
Kann diese Welt ihm etwas antun? Ihm, Hilmar Kopper, genannt "Monolith", groß und unverrückbar wie ein Hinkelstein? Im Spätherbst 2005 ist er grau und gefurcht, und unter seinen Augen liegt die Last des Lebens in prallen Säcken.
Zwei Monate ist es her, dass Jürgen gegangen ist. Was waren sie für ein Paar: Schrempp und Kopper, der Macher und sein Aufseher, zehn Jahre vereint. Geschichte haben sie geschrieben. Wollten Daimler zu einem Weltkonzern machen. Erst wurden sie bejubelt, dann geschmäht. Sie sind zusammengerückt, haben getrotzt, mit aller Kraft. Aber sie waren zu schwach. Jürgen war zu schwach. Nun steht Kopper alleine da.