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Merken   Drucken   16.04.2008, 21:26 Schriftgröße: AAA

Allianz-Manager steuert Risiken der Dresdner

Der neue Risikochef des Versicherungskonzerns Allianz, Thomas Wilson, übernimmt von Juni an auch das Risikomanagement bei der Dresdner Bank - ein deutlicher Hinweis, dass die Münchner ihre Frankfurter Tochter künftig noch enger an die Kandare nehmen wollen. von Christine Mai (Frankfurt)
Wilson löst bei der Dresdner Risikovorstand Otto Steinmetz ab, der sein Mandat Ende Mai turnusmäßig abgeben wird. Die Probleme der Dresdner Bank im Risikomanagement waren zuletzt durch die Turbulenzen am Finanzmarkt offengelegt worden: 1,3 Mrd. Euro musste das Institut 2007 abschreiben. Nach Meinung von Experten ist es demnach nur konsequent, dass die Allianz  die Kontrolle über die Risikosteuerung der Tochter durch die Installierung Wilsons jetzt ausbaut. "Das ergibt Sinn", hieß es in Finanzkreisen. "Schließlich schlagen sich die Belastungen bei der Dresdner Bank bei der Allianz nieder."
In diesem Jahr drohen der Allianz noch weitere Belastungen durch die Dresdner. Der Versicherer hat auf die Probleme bereits mit dem Entschluss reagiert, die Dresdner Bank aufzuspalten: Die Investmentbank Dresdner Kleinwort soll vom Privat- und Firmenkundengeschäft abgetrennt werden.
Die Allianz hatte das Frankfurter Geldhaus 2001 für 24 Mrd. Euro übernommen. Dem Versicherer gelingt es zwar mittlerweile, die Filialen der Bank als Vertriebskanal zu nutzen. Dennoch sind die Synergien nicht so hoch, dass sie Kaufpreis und Risiko rechtfertigen würden. Investoren stören sich vor allem an der mäßigen Entwicklung der Allianz-Aktie: Seit Mitte 2007 hinkt der Kurs dem Dax hinterher. Die Probleme der Dresdner Bank überschatteten selbst das Rekordergebnis von 8 Mrd. Euro, das die Allianz im vergangenen Jahr erzielte.
Thomas Wilson,  Risikochef des Versicherungskonzerns Allianz   Thomas Wilson, Risikochef des Versicherungskonzerns Allianz
Dass die Dresdner Bank so stark unter der Krise leidet, ist bemerkenswert, da die Allianz für Dresdner Kleinwort stets eine risikoarme Strategie proklamiert hatte. "Die Dresdner wurde ohnehin an der kurzen Leine gehalten", hieß es Finanzkreisen. Nun werde die Überwachung noch zunehmen.
Wilson ist erst seit Anfang dieses Jahres Risikochef bei der Allianz. Zuvor war der 46-Jährige in dieser Position beim niederländischen Finanzkonzern ING  tätig. In den 90er-Jahren hatte der promovierte Ökonom in der Risikomanagementabteilung der Unternehmensberatung McKinsey gearbeitet. Anschließend war er Finanz- und Risikochef der Swiss Re New Markets, einer für Kapitalmärkte zuständigen Einheit des Rückversicherers.
Bevor Wilson 2005 schließlich zur ING wechselte, leitete er die Finanz- und Risikosparte der Beratung Mercer Oliver Wyman. Wilson hält zwei Staatsbürgerschaften: die der Schweiz und der USA. Im vergangenen Jahr wurde er von dem Fachmagazin "Life & Pensions" als Chief Risk Officer des Jahres ausgezeichnet.
11:59:52 Kursinformationen und Charts
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  • Aus der FTD vom 17.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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