Antrag an Österreich:Schrauben-Würth will auswandern
Groll gegen deutsche Steuerpolitik: Der vorbestrafte Schrauben-Milliardär Reinhold Würth hat die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt. Der 73-Jährige will seinen Wohnsitz offenbar nach Salzburg verlegen - den deutschen Pass will er aber behalten.
Reinhold Würth, Gründer des gleichnamigen Schraubenkonzerns in Künzelsau, will einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge österreichischer Staatsbürger werden, aber zugleich seinen deutschen Pass behalten. Die österreichischen Behörden prüften derzeit einen entsprechenden Antrag des 73-jährigen Unternehmers, berichtet das Blatt. Eine Sprecherin von Würth bestätigte die Pläne: "In der Europäischen Union ist die Zugehörigkeit zu zwei Staatsbürgerschaften nichts Ungewöhnliches".
Für eine doppelte Staatsbürgerschaft braucht der Betreffende jedoch eine Ausnahmegenehmigung der Behörden. In einem vertraulichen Schreiben an die Regierung in Wien, das dem Blatt vorliegt, hat Würth die Absicht erklärt, seinen Wohnsitz nach Salzburg verlegen zu wollen.
Nur weg: Reinhold Würth zieht es nach Salzburg
Zu den Hintergründen für den Staatsbürgerschaftsantrag wollte sich die Würth-Sprecherin nicht äußern. Zuletzt war mehrfach spekuliert worden, der Firmen-Patriarch wolle Baden-Württemberg verlassen. Als mögliche Gründe wurden seine Unzufriedenheit mit der deutschen Steuerpolitik und seine Verärgerung über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ihn wegen Steuerhinterziehung genannt. Im Sommer war die Akte gegen Zahlung eines millionenschweren Strafbefehls geschlossen worden. Würth ist nun vorbestraft.
Die Firmengruppe beschäftigt weltweit 65.000 Menschen und hat 2007 einen Rekordumsatz von 8,49 Mrd. Euro erzielt. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Würth-Gruppe ihre Auslandsaktivitäten künftig komplett aus Rorschach in der Schweiz steuert. Der Stammsitz in Künzelsau wird nur noch für das Inlandsgeschäft zuständig sein.
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