Joachim Schoss gründete vor elf Jahren den Online-Marktplatz Scout24
Joachim Schoss
1999/2000, als das Internetzeitalter begann, und wieder 2005/2006, als die Chancen groß schienen und die Risiken klein, haben wir aus den besten Häusern Zulauf gehabt. Da waren wir sehr attraktiv für alle unternehmerisch denkenden Leute. 2001/2002 hingegen war es unmöglich, jemand für ein Startup zu gewinnen. In diesen Zyklus rutschen wir jetzt wieder hinein: Heute suchen Uniabsolventen mehr Sicherheit.
FTD
Herr Bartmann, ist Sicherheit ein Argument, mit dem Sie Leute locken?
Andreas Bartmann
Ich würde es eher Vertrauen nennen. Viele Unternehmen haben das Gefühl, dass sie nur erfolgreich sein können, wenn sie hochstudierte, top ausgebildete Mitarbeiter haben. Wir haben eher die typische Tellerwäschermentalität: Wir entwickeln uns aus uns selbst heraus. Soziale Komponenten können fachliche Defizite ausgleichen. Wir haben einen großen Anteil an Hauptschulabbrechern, die mittlerweile Führungspositionen bei uns besetzen. Das haben wir mit interner und externer Ausbildung geschafft.
Schoss
Ich setze mich ja mit meiner Stiftung ein für Behinderte. Und wir machen dieselbe Feststellung: dass Menschen mit ihren Aufgaben wachsen, wenn man sie unterstützt und ein bisschen Rücksicht nimmt auf Einschränkungen. Wenn man dieses Entgegenkommen aufbringt als Arbeitgeber, kann man mit großartigen Ergebnissen rechnen.
FTD
Von 200 Trainees bleiben bei Sixt nur 20 in der Firma. Warum?