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Merken   Drucken   05.11.2008, 14:00 Schriftgröße: AAA

Arbeitsplatzgestaltung: Sechs Tage auf dem Weg zum Drucker

Schlechte Büroplanung kann teuer werden: Denn wo umständliche, lange Wege zum Drucker nötig sind, wo das Gerät nicht richtig in Schuss ist, geht nicht nur die gute Laune der Mitarbeiter flöten. Es wird auch Zeit vergeudet - bis zu sechs Arbeitstage, zeigt eine Studie. von Sabine Meinert
Im Schnitt 13 Mal geht jeder Büromitarbeiter in Deutschland zu einem Drucker. Üblicherweise dauert das 45 Sekunden. Wenn nicht Papierstau, Tonerwechsel oder ein Kollege mit besonders vielen Ausdrucken für Wartezeiten sorgen. Das zeigt eine Studie von TNS Infratest im Auftrag des Büro- und Kommunikationsgeräte-Herstellers Brother.
Demnach verliert jeder Büromitarbeiter durchschnittlich 11,6 Minuten am Tag durch das Drucken und Kopieren von Dokumenten. Das macht im Jahr etwa 46 Stunden - also fas sechs Arbeitstage - aus. Bei einem Unternehmen mit 50 Mitarbeitern muss im Prinzip ein Vollzeit-Angestellter für das Pendeln zwischen Arbeitsplatz und Drucker abgestellt werden.
Drucker auf dem Schreibtisch
Immer wieder der lange Weg zum Drucker: Blick in ein Großraumbüro   Immer wieder der lange Weg zum Drucker: Blick in ein Großraumbüro
Die Wünsche der Umfrage-Teilnehmer richten sich daher auch auf einen Drucker direkt am Arbeitsplatz. Mehr als 40 Prozent sind überzeugt, so schneller arbeiten zu können. Derzeit verfügt jeder zweite Arbeitnehmer in seinem Büro über einen Drucker. Die andere Hälfte teilt sich ein zentrales Gerät mit Kollegen.
Besonders augenfällig ist der motivationssenkende Faktor einer unzeitgemäßen Arbeitsplatzausstattung. Viele Angestellte interpretieren dies als Geringschätzung ihrer Arbeit durch den Chef. Hochwertige technische Ausstattung im Büro beeinflusst das eigene Engagement dagegen für gut 70 Prozent der Befragten positiv. Sie sind überzeugt, dass sie ihre Aufgaben dadurch besser erledigen können.
Effizienz am Arbeitsplatz gefragt
Als optimal bezeichneten 56 Prozent einen eigenen dezentralen Drucker. Wichtiger ist den Befragten nur noch ein Telefon mit vielen Kurzwahltasten. Jeder Zweite wünscht sich zudem eine Klimaanlage, jeder Dritte einen Laptop.
Die Umfrage unterstreicht die Notwendigkeit, dass Unternehmer auch das Thema Effizienz am Arbeitsplatz nicht außer acht lassen sollten. Arbeitsplatzgestaltung und Büroinfrastruktur müssen an den individuellen Anforderungen der Nutzer ausgerichtet sein und stetig überprüft werden. Kosten-Nutzen-Rechnungen spielen bei der Analyse eine ebenso große Rolle wie Arbeitsplatzphilosophie und motivationsfördernde Faktoren. Nicht zu vergessen: arbeits- und gesundheitsschutzrechtliche Bestimmungen. Zahlreiche ältere Drucker-Modelle sorgen für Feinstaubbelastung in den Büros.
  • FTD.de, 05.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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