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  FTD-Serie: Corporate Responsibility

Soziale Verantwortung von Unternehmen wird wichtiger. In dieser Serie erfahren Sie, wie sich das Verständnis von Corporate Responsibility wandelt, wie Firmen mit Interessengruppen ins Gespräch kommen und wie nachhaltiges Handeln dem Aktienkurs nützen kann.

Merken   Drucken   01.12.2006, 18:00 Schriftgröße: AAA

Auch kleinere Firmen setzen auf CSR

Sozial und ökologisch verantwortliches Handeln klingt für manchen Unternehmer nach altem Wein in neuen Schläuchen. Doch noch ist das Thema beim Mittelstand nicht angekommen, der Druck ist gering. von Peter Gaide
Sozial und ökologisch verantwortliches Handeln klingt für manchen Unternehmer nach altem Wein in neuen Schläuchen. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) engagieren sich seit jeher in ihrem gesellschaftlichen Umfeld, lautet ein beliebter Einwand. Erst allmählich wächst in den Firmen die Einsicht, dass das Konzept über die alljährliche Weihnachtstombola für einen guten Zweck weit hinausgeht.
"Das Thema ist bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen noch nicht angekommen", sagt Norbert Taubken vom Hamburger Beratungsunternehmen CSR Consult. "Es gibt hier nicht so massive Treiber, wie es bei einer Aktiengesellschaft etwa die Anforderungen des Finanzmarktes sind. Außerdem gibt es nur selten einen Benchmark durch Konkurrenten, der als Antrieb dienen könnte", sagt der Berater.
Auch stünden KMU nicht im Fokus der Zivilgesellschaft, wie das Konzerne tun. Aber, so glaubt Taubken, der Wind dreht sich. Ein Mittelständler werde immer häufiger danach bewertet, ob er soziale und ökologische Belange in seine Unternehmenstätigkeit und in seine Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern integriert.
Grundlegende fragen
Eine individuelle Unternehmensstrategie ist gefragt. Taubken rät den mittelgroßen Firmen: "Anfangs müssen grundlegende Fragen beantwortet werden: "Was sind die Werte, nach denen wir arbeiten wollen? Welche Erwartungen werden von außen an uns herangetragen? Wie produzieren unsere Lieferanten? Lauern hier Risiken für unseren Ruf?"
Die Firma Schmalz aus Glatten im Schwarzwald etwa, ein auf Vakuumtechnik spezialisiertes Familienunternehmen, ist Vorreiter in Sachen CSR. Sie stellt seit Mitte der 80er-Jahre Umweltschutz und Mitarbeiterentwicklung in den Mittelpunkt.
Das Unternehmen erzeugt Energie mit Hilfe von Wind, Sonne und Biomasse. Auf einem Ökolehrpfad werden jährlich Hunderte von Besuchern über diese Aktivitäten informiert. Lieferanten müssen sich an ökologische und soziale Standards halten. Für die Mitarbeiter steht eine Weiterbildungsakademie zur Verfügung.
Viele agieren zu kurzatmig
"CSR-Grundsätze müssen durchgängig, langfristig und glaubhaft von allen Beteiligten gelebt werden", sagt Geschäftsführer Kurt Schmalz. Viele Unternehmen agieren seiner Ansicht nach zu kurzatmig oder machen ihrer Belegschaft von oben herab Vorgaben, die dann als Bevormundung erlebt werden. Das könne nicht funktionieren.
Im Idealfall ist CSR damit kein zusätzlicher Kostenfaktor, sondern gelungene nachhaltige Unternehmensführung. Bei Schmalz zahlt sich das offenbar aus: Seit 1990 ist die Mitarbeiterzahl von knapp 50 auf 400 gewachsen. Umsatz und Gewinn sind ebenfalls gestiegen.
  • FTD.de, 01.12.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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