Strippenzieher bei Swiss Re: Walter Kielholz
Betriebswirt Kielholz ist in der Tat exzellenter Kenner der Bankbranche und der Rückversicherer. Von 1977 bis 1986 arbeitete er für den Rückversicherer Gen Re, danach drei Jahre für die Schweizerische Kreditanstalt, die heutige Credit Suisse. 1989 ging er zur Swiss Re, wurde Chef und dann 2003 Präsident bei Credit Suisse. Dass der Hauptmann der Artillerie auch Ahnung von Kunst hat und für die Gründung einer Galerie mehr als ein Jahr aus dem Rückversicherungsunternehmen ausschied, schadete seiner Karriere nicht.
Kielholz gab am Montag zu, dass bei Swiss Re Fehler gemacht wurden. "Im Nachhinein stellt sich heraus, dass wir schneller und entschiedener die Risiken in unserer Bilanz hätten reduzieren sollen", sagte er. Jetzt muss er zusammen mit Konzernchef Stefan Lippe aufräumen. "Wir sind keine Investmentbank geworden", antwortete er Kritikern, die der Führung unter Aigrain genau das vorwerfen.
Leicht wird es nicht, Swiss Re zur alten Stärke zurückzuführen. In den letzten zwei Jahren musste Warren Buffett, eigentlich ein direkter Rivale, zweimal helfen, zuletzt mit 3 Mrd. Franken. Das Vertrauen der Märkte muss sich Kielholz neu verdienen. Am Montag verlor die Aktie 2,26 Prozent auf 12,09 Franken. 2007 kostete sie über 100 Franken.
Seinen Posten als Verwaltungsratschef bei der Credit Suisse gibt Kielholz auf, "um sich voll auf die Herausforderungen bei Swiss Re zu konzentrieren". Nachfolger bei
Credit Suisse wird Hans-Ulrich Doerig, bislang Kielholz' Stellvertreter bei der Bank.