Klaus Hammen leitet das Bavaria-Tagesgeschäft
Bain hatte Bavaria Yachtbau aus Giebelstadt bei Würzburg zum 1. August 2007 für über 1,1 Mrd. Euro übernommen. Bavaria war der bislang letzte Milliardendeal durch Private Equity in Deutschland. Seither erschwert die Finanzkrise der von üppigen Schuldenpaketen abhängenden Branche das Geschäft deutlich.
Das neue Team will Schwabedal zufolge nun eine "Reihe von Initiativen starten, um die globale Führungsposition des Unternehmens zu stärken". Die Zeit drängt: Investoren wie Bain wollen nach zwei bis maximal fünf Jahren wieder aussteigen - mit kräftigen Gewinnen. Die Latte hängt bei Bavaria besonders hoch. Denn Bain hat nach Branchenschätzung einen sehr teuren Preis gezahlt, der derzeit nicht wieder zu realisieren wäre. Bavaria hat im Geschäftsjahr 2006/07, das am 31. Juli endete, mit 620 Mitarbeitern gerade einmal 290 Mio. Euro umgesetzt, wächst aber stark: Zuletzt waren es sieben Prozent, nach acht Prozent im Vorjahr. Zudem verfügt die Firma über eine der modernsten Serienfertigungsanlagen der Welt und ist hochprofitabel: Laut Finanzkreisen verdient das Unternehmen eine operative Gewinnmarge von 30 Prozent.
Zumindest ist Bavaria unter dem neuen Eigner gut gestartet, wie es von mehreren informierten Personen hieß. So konnte die Firma bereits beginnen, die Schulden zurückzuzahlen, die sich nach FTD-Informationen auf 900 Mio. Euro beliefen. Dieses Paket hatten Goldman Sachs und Dresdner Kleinwort geschnürt - und sind infolge der Kreditkrise bislang darauf sitzen geblieben. Laut Finanzkreisen haben die Banker deshalb versucht, zumindest die äußerst lockeren Kreditbedingungen (Covenant-lite) zu verschärfen.