Der spektakuläre Kampf der Bauern um höhere Milchpreise hat einen der bedeutendsten Pfeiler der deutschen Lebensmittelwirtschaft ins öffentliche Bewusstsein gerückt: die Milchwirtschaft. Die Zahlen sind beeindruckend: Mit einem Umsatz von 22,3 Mrd. Euro (2008) ist die Milchindustrie die mit Abstand größte Lebensmittelbranche in Deutschland und mit rund 37.000 Mitarbeitern (2007) ein wichtiger Arbeitgeber. Das Verhältnis zwischen Umsatz und Beschäftigung in dieser Branche signalisiert, dass wir es mit einem hoch technisierten, kapitalintensiven und produktiven Wirtschaftszweig zu tun haben.
Den Grundstoff der Milchindustrie: 28,4 Millionen Tonnen Rohmilch im Wert von ca. 9,7 Milliarden Euro (2008) liefern rund 100.000 Milcherzeuger, die in Deutschland ca. 4 Millionen Milchkühe halten. Der wertvolle Rohstoff Milch und die Produkte, die daraus hergestellt werden, sind nach wie vor fest in der deutschen Konsumkultur verankert.
Doch die wirtschaftliche Lage der einheimischen Milcherzeuger und vieler Molkereien wird schwieriger. Die Importe aus anderen EU-Ländern, aber auch aus fernen Gebieten des Weltmarkts, üben - verstärkt durch den wettbewerbsintensiven deutschen Lebensmittelmarkt - einen erheblichen Druck auf die Preise für Rohmilch und Milchprodukte aus.
Mit Moral und Quote zum Erfolg: Die Perspektive der Milchbauern