Boni bei Dresdner Kleinwort:Banker wollen Commerzbank verklagen
Sie haben Angst vor drastischen Kürzungen: Banker der Investmentbank Dresdner Kleinwort erwägen, wegen umstrittener Bonusvereinbarungen gegen die Commerzbank zu klagen. von Nina Luttmer und Klaus Max Smolka (Frankfurt)
Grund dafür sei, dass die Banker davon ausgehen, dass ihre zugesagten Boni für 2008 dramatisch gekürzt werden, sagten mehrere Personen aus dem Umkreis von Dresdner Kleinwort der FTD. Sie stellten sich daher auf rechtliche Schritte ein. Allerdings ist noch nicht endgültig über die Bonuszahlungen entschieden. Hintergrund des Streites ist, dass die Allianz den Investmentbankern von Dresdner Kleinwort im vergangenen Sommer noch Boni in Höhe von etwa 400 Mio. Euro für das Gesamtjahr 2008 versprochen hatte.
Einzelne Banker bekamen dem Vernehmen nach bereits genaue Summen garantiert. Dies wurde damit gerechtfertigt, dass wichtiges Personal dadurch an die Bank gebunden würde. Denn kurz darauf kaufte die Commerzbank die Dresdner Bank, zu der Dresdner Kleinwort gehört, von der Allianz. Die Übernahme wurde im Januar umgesetzt. Die rechtliche Verschmelzung der Unternehmen ist für März geplant - sollten Klagen vor diesem Zeitpunkt eingereicht werden, könnten sie sich womöglich noch gegen die Dresdner Bank richten.
Commerzbank-Chef Martin Blessing stellte die Zahlungen "unter Vorbehalt"
Commerzbank-Chef Martin Blessing, der inzwischen auch die Dresdner Bank leitet, kündigte im vergangenen Monat auf einer Mitarbeiterversammlung in Frankfurt an, dass die Boni für die Dresdner-Kleinwort-Banker "unter Vorbehalt" stünden. Sie seien vom Ergebnis der Sparte abhängig. Genaue Zahlen für die Dresdner Bank wird - zum letzten Mal - die Allianz am 26. Februar vorstellen. Klar ist bereits, dass Dresdner Kleinwort 2008 einen Milliardenverlust eingefahren hat.
"Einige Banker haben sich ihre Boni im letzten Sommer garantieren lassen. Vor allem die wollen klagen, falls das Versprechen nicht eingehalten wird", sagte ein Banker aus dem Umfeld von Dresdner Kleinwort. Viele Dresdner-Kleinwort-Angestellte hätten durch eine Klage auch nichts mehr zu verlieren. Die Commerzbank will 1200 der 3300 Stellen des gesamten Londoner Investmentbankinggeschäfts von Commerzbank und Dresdner Kleinwort streichen. Die Commerzbank beschäftigt 1100 Mitarbeiter in London, Dresdner Kleinwort 2200 Mitarbeiter.
Die Klagedrohungen der Banker sind ein Beleg für die angespannte Stimmung innerhalb des Instituts. Auf der Mitarbeiterversammlung hatte Blessings Ankündigung, dass die Boni nicht feststünden, zu Applaus unter den Angestellten der Dresdner Bank geführt. Viele halten es für nicht nachvollziehbar, dass die Investmentbanker hohe Boni erhalten, obwohl sie riesige Verluste produziert haben. Auch unter den Investmentbankern der Commerzbank hatte die Bonigarantie für die neuen Kollegen von Dresdner Kleinwort dem Vernehmen nach zu Unmut geführt.
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