Richard Breeden
Hintergrund ist der Missbrauch von Steuerschlupflöchern durch KMPG. Der Wirtschaftsprüfer zahlt deswegen eine Strafe von 456 Mio. $. Breeden, 55, hatte eine ähnliche Funktion bereits 2002 bei
MCI übernommen, der früheren Worldcom. Das Unternehmen war Mittelpunkt eines der größten Bilanzskandale der Geschichte.
Wie weit Breedens Befugnisse bei KPMG reichen werden, handelt die New Yorker Staatsanwaltschaft noch mit dem Unternehmen aus. Aus informierter Quelle hieß es, KPMG wolle sicherstellen, dass Breedens Aufsicht sich nur auf die Steuerpraktiken des Unternehmens erstrecke und nicht auf die Buchprüfungs- und Beratungssparten. Breeden selbst wollte sich zu seiner Berufung nicht äußern.
New Yorks Staatsanwalt David Kelley soll darauf drängen, dass Breeden eine umfassende Rolle erhält. Letztendlich werde sein Mandat vom endgültigen Text der Schlichtungsvereinbarung abhängen.
Der "Schattenvorstand"
Breedens Rolle werde nicht so umfassend wie bei MCI sein, sagte eine mit der Ernennung vertraute Person. Dort galt der ehemalige Chef der Börsenaufsicht als "Schattenvorstand", der auch eine aktive Rolle spielte, als das Unternehmen für 8,5 Mrd. $ an den amerikanischen Wettbewerber Verizon verkauft wurde.
Befürworter von Breedens Rolle bei MCI sagen, nur seine Ernennung durch Richter Jed Rakoff im Juli 2002 habe es letztendlich ermöglicht, dass das Unternehmen das Konkursverfahren erfolgreich abwickeln konnte und ein anschließender Verkauf möglich wurde. Gegner werfen Breeden dagegen vor, sein Einfluss sei weit über sein Mandat hinausgegangen und habe die Frage aufgeworfen, welche Rolle ein Kontrolleur bei einem börsennotierten Unternehmen erfüllen solle.
Kritiker meinen außerdem, dass er in Sachen Transparenz selbst nicht mit gutem Beispiel vorangegangen sei. Zwar wurde publik, dass er MCI 800 $ pro Stunde in Rechnung stellte. Seine genaue Bezahlung bei MCI ist den Aktionären jedoch noch nicht offen gelegt worden.