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Merken   Drucken   22.11.2007, 21:00 Schriftgröße: AAA

Brüder rivalisieren um die "Süddeutsche"

Im Bieterprozess um die "Süddeutsche Zeitung" ist ein weiterer Interessent aufgetaucht: Dieter von Holtzbrinck will dem "Manager Magazin" zufolge mit der Investmentbank Goldman Sachs für die Tageszeitung bieten. von Katrin Elger (Hamburg)
Damit macht der ehemalige Chef der Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck seinem Halbbruder und Amtsnachfolger Stefan von Holtzbrinck, 44, Konkurrenz, der bereits vor Wochen angekündigt hatte, er wolle Besitzer des Süddeutschen Verlags werden. Eine Holtzbrinck-Sprecherin wollte dies nicht kommentieren.
Der sich abzeichnende Wettstreit der Halbbrüder ist ein weiteres kurioses Kapitel im Bewerberrennen um den Verlag. Die Besitzer der "Süddeutschen Zeitung" streiten sich seit vielen Monaten erbittert darüber, ob und unter welchen Bedingungen die Mehrheit an dem Medienkonzern verkauft werden soll.
Der Verlag gehört fünf Familien sowie der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), die ein Vorkaufsrecht für das Unternehmen besitzt. Vor fünf Jahren stieg die SWMH beim Süddeutschen Verlag ein, als dieser in einer finanziellen Krise steckte. Mittlerweile schreibt der Konzern vor Steuern jedoch wieder eine zweistellige Umsatzrendite. Vier der fünf Familiengesellschafter wollen die Gunst der Stunde nutzen und ihre Anteile loswerden. Gegen einen Verkauf stemmt sich dagegen die Eignerfamilie Friedmann, die wie die SWMH 18,75 Prozent hält. Rund 750 Mio. Euro erhoffen sich die verkaufswilligen Gesellschafter insgesamt für ihre Anteile, heißt es in Branchenkreisen.
Dieter von Holtzbrinck   Dieter von Holtzbrinck
Die SWMH, zu der etwa die "Stuttgarter Zeitung" gehört und die eng mit dem Ludwigshafener Regionalzeitungskonzern Medien Union verbunden ist, will aber offenbar deutlich weniger als 500 Mio. Euro zahlen. Mit Satzungsklagen versucht die SWMH-Führung nun, potenzielle Mitbieter abzuschrecken und den von Credit Suisse geführten Verkaufsprozess zu torpedieren. Am 4. Dezember findet der nächste Gerichtstermin in München statt. Johannes Friedmann und die SWMH klagen, weil ihnen angeblich seit Frühjahr wichtige, verkaufsrelevante Informationen vorenthalten werden. Ein SWMH-Vertreter hatte bereits im Frühjahr angekündigt, man wolle "unbequemer Minderheitsgesellschafter" bleiben, falls man nicht zum Zuge komme.
Zu den weiteren Kaufinteressenten gehören der Kölner Verlag DuMont Schauberg, die Essener WAZ-Gruppe sowie die Beteiligungsfirmen Apax und Veronis Suhler Stevenson. Bei all den Unwägbarkeiten und der Blockadepolitik der SWMH rechne man sich kaum realistische Chancen aus, sagte ein Vertreter eines Kaufinteressenten der FTD.
  • Aus der FTD vom 23.11.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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