Buffetts mögliche Nachfolger:"Der Traum eines jeden Firmenbesitzers"
Die Nachfolgerkür für Warren Buffett läuft. Fest steht, dass einer allein den Vorstandschef von Berkshire Hathaway nicht ersetzen kann. Die FTD stellt in einer kleinen Serie mögliche Nachfolger der Investment-Legende vor. Kandidat I ist der Chef des Versicherers Geico, Tony Nicely. von Natalia Shuster (New York)
Der mittlerweile 63-jährige Olza - genannt "Tony" - Nicely hat sein gesamtes Berufsleben seit seinem 18. Lebensjahr bei Geico verbracht, dem viertgrößten Autodirektversicherer der USA. In der Branche gilt Geico neben dem Erzrivalen Progressive als das am besten geführte Assekuranzunternehmen. Von den Chefs der 60 Berkshire-Unternehmen wird Nicely als einer der größten Favoriten für die Buffett-Nachfolge gehandelt.
Geico-Chef Tony Nicely
Geicos Erfolg kann Nicely voll für sich verbuchen: Seit er 1992 zum Vorstandschef befördert wurde, explodierte das Unternehmenswachstum, wie Warren Buffet im März in seinem Aktionärsbrief berichtete. 2006 sei die Produktivität Geicos um 47 Prozent gestiegen, hob der Berkshire-Boss hervor. Bereits 2001 hatte er geschwärmt, Nicely sei als Manager der Traum eines jeden Firmenbesitzers.
Das Anlegermagazin Barron's beschrieb Nicely einst jedoch als unauffälligen Manager aus Virginia, der offenbar keine größeren Ambitionen habe, als Geico zu führen. Der Autoversicherer, der mit einem sprechenden Gecko wirbt, gehört seit 1996 zu Buffetts Imperium.
Geringere Chancen als Nicely werden Richard Santulli, dem Chef von Netjets eingeräumt. Der 62-Jährige entwickelte vor 20 Jahren das Konzept für das Timesharing von Privatjets. 1998 ging Netjets, damals Executive Jet, an Buffett für 725 Mio. $. Lange war das Unternehmen ein Verlustbringer und gehört bis heute wegen der hohen Betriebskosten nicht zu den profitabelsten der Berkshire-Gruppe.
Der in Brooklyn, New York, geborene Santulli gilt als elegante Erscheinung. Er verkehrt regelmäßig in Jet-Set-Kreisen. Für Berkshire Hathaways konservative Unternehmenskultur könnte er jedoch eine zu schillernde Persönlichkeit sein, um künftig an der Spitze zu stehen.
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