Die britischen Universitäten müssen sich derzeit immer stärker nach neuen Einnahmequellen umsehen. Staatliche Zuwendungen verringerten sich während des vergangenen Jahrzehnts um fast 40 Prozent. Unis dürfen aber künftig Studiengebühren von den Studenten verlangen, die maximal 3000 £ pro Jahr betragen. Eliteunis wie Cambridge und Oxford werden dabei ihr akademisches Gewicht in die Waagschale werfen und den vollen Satz kassieren können. Dadurch dürften sie, so die Kritiker der Reform, in der Lage sein, mehr Mittel anzuhäufen als durchschnittliche Universitäten, die ihre Studenten mit niedrigeren Gebühren locken müssen.
Vorbild Yale
"Cavalla wird versuchen, das Yale-Modell nachzubilden und maßgeblich in Hedge-Fonds anlegen", sagte John Godden, Chef des Londoner Hedge-Fonds-Branchendienstes IGS . "Wir beobachten alle, was er schaffen wird. Cambridge ist klar ein Trendsetter."
Genau verfolgen dürfte die Hedge-Fonds-Szene vor allem, wie viel Freiheiten Cavalla in Cambridge haben wird. Der 47-Jährige, der unter anderem beim Broker GNI Limited arbeitete, ist seit neun Jahren für die britische Man Group tätig. Cavalla, der selber in Cambridge Mathematik studierte, entschied zuletzt über 15 Mrd. $ Anlagegelder - insgesamt verwaltet Man 58 Mrd. $. Für das Unternehmen ist er so wichtig, dass er als Berater im Investmentboard von Man Global Strategies bleibt. Er werde nebenberuflich weiter für die Gesellschaft arbeiten, hieß es.
Cavalla ist für einige Experten die richtige Wahl. Yales berühmter Chefanleger David Swensen, der auch Cambridges Investmentboard angehört, sagte zu Cavallas Berufung: "Ich rechne vollauf damit, dass dies ein sehr erfolgreicher Schritt sein wird."