César Alierta hält sich bei Telefónica eher im Hintergrund
Die meisten Spanier kennen den 60-jährigen Konzernchef gar nicht, obwohl die von ihm geführte Telefónica-Gruppe Marktführer in der spanisch- und portugiesischsprachigen Welt ist.
Alierta ist ein zurückhaltender und fast schüchtern wirkender Unternehmenschef. Er repräsentiert das Gegenteil seines Vorgängers Juan Villalonga, der Showeffekte liebte und zu den schillerndsten Figuren in der Geschäftswelt gehörte. Unter Villalonga erlebte Telefónica auf dem Höhepunkt des Internet-Booms eine beispiellose Expansion in aller Welt. Der Alierta-Vorgänger holte den früheren EU-Kommissar und FDP-Chef Martin Bangemann in die Konzernführung und pries ihn wie einen Fußballstar als "unseren Ronaldo" an.
Mit Alierta hielt ein neuer Stil in dem Unternehmen Einzug. Der neue Telefónica-Präsident pflegte ein nüchternes Auftreten, zog den Konzern aus verlustbringenden Geschäftsfeldern zurück und führte ihn in ruhigere Fahrwasser. Alierta galt als enger Vertrauter des damaligen Wirtschaftsministers und heutigen Generaldirektors des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato.