Beim Cloud-Computing läuft Software nicht mehr auf dem Rechner des Nutzers, sondern ist über eine metaphorische Wolke ex
Den Plan zu der Plattform hatte das Gründerteam aus ehemaligen SAP-Mitarbeitern während der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite 2008 gefasst. "Überall mussten die Reisekosten gesenkt werden", sagt Geisser. Mithilfe der Ubivent-Software lassen sich beispielsweise mehrtägige Entwicklerkonferenzen, bei denen Programmierer aus Indien mit US-Managern und deutschen Computerfachleuten fachsimpeln, im Netz abbilden. Genauso wie das motivierende Kick-off-Meeting für die Vertriebsmannschaft. Dazu stellt Ubivent einen virtuellen Konferenzsaal bereit, in dem sich Figuren versammeln, die die Nutzer repräsentieren. Sie können sich dort Videos ansehen, Vorträge anhören und sich gegenseitig mit einer Chat-Funktion Fragen stellen.
Ersatz für weltweites Speichersystem
Die Infrastruktur für eine solche Plattform ist allerdings aufwendig. "Die Mitarbeiter der großen Konzerne, für die wir diese Veranstaltungen organisieren, sitzen überall auf der Welt", sagt Geisser. "Wir brauchen also auf allen Kontinenten schnelle Zugriffszeiten. Aber ein weltweites Speichersystem mit verteilten Rechnern, die rund um den Globus Daten zwischenspeichern, hätten wir mit unseren finanziellen Mitteln nicht stemmen können."
Viele der großen Technologieunternehmen haben bereits globale Rechnernetze aufgebaut, in denen sie Daten je nach Bedarf an unterschiedlichen Orten speichern und überall schnell abrufen können. Technikriesen wie Amazon, IBM, Google, Salesforce oder Microsoft öffnen inzwischen diese Systemlandschaften auch für andere Unternehmen. Ihre Computing Clouds stellen die Infrastruktur für etliche Startup-Unternehmen. Nicht nur Ubivent, sondern auch der Kurznachrichtendienst Twitter, das auf Expertenfragen spezialisierte Social Network Quora und der Musik-Hostingdienst Soundcloud setzen auf die Cloud.
Max-Michael Mayer, Mitgründer und Managing Director des Münchner Softwareanbieters Propertybase, geht ebenfalls davon aus, dass er ohne die Cloud seine Unternehmensidee nicht hätte verwirklichen können. Die Münchner stellen Software für Immobilienverwalter rund um die Welt bereit, die auf Cloud-Technik von Salesforce basiert. "Die Force.com-Plattform gab uns die Möglichkeit, mit geringen Kosten und sehr überschaubarem Aufwand eine Applikation zu bauen und zu sehen, ob sie im Markt aufgenommen wird", sagt Mayer. "Damit konnten wir unser zeitliches Investment und finanzielles Risiko sehr überschaubar halten." So gelang es Propertybase, eine erste Version der Software zu entwickeln und damit gleich Kunden gewinnen.