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Merken   Drucken   11.11.2008, 07:00 Schriftgröße: AAA

Consulting: Zurück auf den Pfad der Tugend  

Beratungsunternehmen stehen mitunter im Ruf, für sie zähle nur das Geld und nicht die Moral. Doch die Branche denkt um und rationalisiert nicht mehr um jeden Preis. von Lena Brochhagen
Die Erfahrung war kurz, aber prägend. Anderthalb Jahre arbeitete Jürgen Schott in einer großen Unternehmensberatung. Dann ging er - Gefälligkeitsgutachten und andere Tricks störten ihn. "Ich hab es nicht ertragen", sagt Schott. Aus dieser Erfahrung rät er: "Unternehmen sollten sich sehr genau die Menschen anschauen, die sie ins Haus lassen, und für was sie stehen."
In die Beratung zurück wollte Schott nur mit einem anderen Ansatz. Heute ist er einer von drei geschäftsführenden Gesellschaftern der Münchner Unternehmensberatung Stadler/Heinle/Schott/. Sie analysiert die Unternehmenskultur ihrer Kunden und berät sie in ihrer Weiterentwicklung. Werte bilden dafür die Grundlage. Auch die eigene Arbeit sieht Schott von Werten geprägt. So gingen die Berater bei ihren Kunden mit in die Verantwortung, sagt Schott: "Heute kann ich jeden Tag mit erhobenem Haupt nach Hause gehen."
Vor allem die großen Berater haben einen schlechten Ruf. Sie gelten als profitmaximierende Restrukturierer, die außer Einsparungspotenzialen nichts im Blick haben oder ihren Kunden millionenschwere, aber nutzlose Ratschläge geben. Ethische Aspekte haben viele Berater lange vernachlässigt. Doch langsam ändern sie ihr Verhalten, sagen Branchenkenner. Lange zählte für viele Berater nicht die Moral, sondern das Geld. Das werfen ihnen zumindest Kritiker wie Thomas Leif vor.

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  • FTD.de, 11.11.2008
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