Chefs wollen Vertrauen der Kunden gewinnen
Es gibt verschiedene Wege zur Nachhaltigkeit: Firmen werden mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell gegründet, konventionelle Unternehmen reißen das Ruder herum, oder Unternehmen versuchen schrittweise nachhaltiger zu wirtschaften. Von Beginn an nachhaltige Firmen sind selten: Ein Beispiel ist der Kosmetikhersteller Weleda aus Schwäbisch Gmünd. Die Firma sorgt für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne der eigenen Mitarbeiter und der Zulieferer. Sie nutzt natürliche Ressourcen sehr effizient und vermeidet umwelt- oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe.
Nachhaltigkeit als Verkaufsargument
Unternehmen, die systematisch auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell umsatteln, sind ebenfalls rar. So stoppte der große amerikanische Teppichhersteller Shaw Industries 2005 die schädliche PVC-Produktion zugunsten eines Materials, das sich unendlich oft zu Teppichen derselben Güte wiederverwerten lässt. Shaw macht aus abgenutzten Bodenbelägen Neuware und vermietet sie auch. Der Umstieg auf das neue Konzept zahlte sich wirtschaftlich aus.
Schrittweise und langfristig wollen sehr viele Unternehmen nachhaltig wirtschaften. Das setzt voraus, dass sie sich in ihrem Kerngeschäft für Klimaschutz, Ressourcenschonung, biologische Vielfalt und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Im Zuge ihrer Corporate Social Responsibility (CSR), ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, müssen sie Nachhaltigkeit zum Kriterium für Investitionen machen. Dabei geht es nicht um Stiften, Spenden und Sponsern, sondern darum, wie Gewinne erwirtschaftet werden.
Nachhaltigkeit erfordert konzernübergreifende Strukturen. Sie sichern ein strategisches Management mit Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen, damit alle Geschäftsbereiche durchdrungen werden. Aber: "In mehr als der Hälfte der Firmen klafft eine beträchtliche Lücke zwischen selbstdefiniertem Anspruch und den aktuellen organisatorischen Strukturen", sagt Alexander von Preen, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum. Das berge eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit und ein wirtschaftliches Risiko.