FTD.de » Management + Karriere » Management » Leicht gesagt, aber schwer getan

Merken   Drucken   10.12.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Corporate Social Responsibility: Leicht gesagt, aber schwer getan

Die meisten weltweit tätigen Konzerne behaupten, dass sie sozial und ökologisch wirtschaften. Doch nur wenige lösen das Versprechen ein. von Susanne Bergius
Meist bekennen sich Unternehmen erst bei Skandalen zu ihrer Verantwortung. Paradebeispiel ist BP . Jahrelang zahlte der Londoner Ölkonzern mit dem Sonnenlogo höchste Dividenden. Der Börsenliebling konnte das, weil er auf strengste Sicherheitsinvestitionen verzichtete, wie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigte. Immer mehr Unternehmen aber wollen nicht mehr Teil des Problems sein, sondern Teil der Lösung.
Nachhaltiges Wirtschaften werde ihr Kerngeschäft in den nächsten fünf bis zehn Jahren prägen, erwarten 93 Prozent der führenden Vorstandschefs der Welt. Das ergab im Oktober eine Studie der UN-Initiative Global Compact. Die Finanzkrise habe die Bedeutung von Nachhaltigkeit erhöht, sie fließe in die meisten Firmenstrategien ein. Doch die Integration von Nachhaltigkeit in alle Unternehmensbereiche steht noch aus: Die Hälfte der Topmanager bezeichnet sie als größte Herausforderung.
Chefs wollen Vertrauen der Kunden gewinnen   Chefs wollen Vertrauen der Kunden gewinnen
Es gibt verschiedene Wege zur Nachhaltigkeit: Firmen werden mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell gegründet, konventionelle Unternehmen reißen das Ruder herum, oder Unternehmen versuchen schrittweise nachhaltiger zu wirtschaften. Von Beginn an nachhaltige Firmen sind selten: Ein Beispiel ist der Kosmetikhersteller Weleda aus Schwäbisch Gmünd. Die Firma sorgt für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne der eigenen Mitarbeiter und der Zulieferer. Sie nutzt natürliche Ressourcen sehr effizient und vermeidet umwelt- oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe.
Nachhaltigkeit als Verkaufsargument Unternehmen, die systematisch auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell umsatteln, sind ebenfalls rar. So stoppte der große amerikanische Teppichhersteller Shaw Industries 2005 die schädliche PVC-Produktion zugunsten eines Materials, das sich unendlich oft zu Teppichen derselben Güte wiederverwerten lässt. Shaw macht aus abgenutzten Bodenbelägen Neuware und vermietet sie auch. Der Umstieg auf das neue Konzept zahlte sich wirtschaftlich aus.
Schrittweise und langfristig wollen sehr viele Unternehmen nachhaltig wirtschaften. Das setzt voraus, dass sie sich in ihrem Kerngeschäft für Klimaschutz, Ressourcenschonung, biologische Vielfalt und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Im Zuge ihrer Corporate Social Responsibility (CSR), ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, müssen sie Nachhaltigkeit zum Kriterium für Investitionen machen. Dabei geht es nicht um Stiften, Spenden und Sponsern, sondern darum, wie Gewinne erwirtschaftet werden.
Nachhaltigkeit erfordert konzernübergreifende Strukturen. Sie sichern ein strategisches Management mit Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen, damit alle Geschäftsbereiche durchdrungen werden. Aber: "In mehr als der Hälfte der Firmen klafft eine beträchtliche Lücke zwischen selbstdefiniertem Anspruch und den aktuellen organisatorischen Strukturen", sagt Alexander von Preen, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum. Das berge eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit und ein wirtschaftliches Risiko.

Teil 2: Die Tücken von CSR liegen in der gesamten Wertschöpfungskette

  • FTD.de, 10.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote