Cloud-Computing - Da wächst was
Bislang ging es bei Cloud-Computing vor allem darum, Daten via Web in entfernten Rechnerparks zu speichern. Inzwischen nutzen aber immer mehr Unternehmer wie Mairinger die Datennetze in der "Wolke" für firmentypische Anwendungen. Der Branchenverband Bitkom und die Marktforscher der Experton Group erwarten eine Steigerung des Cloud-Umsatzes mit Geschäftskunden von heute 1,9 Mrd. Euro auf 8,2 Mrd. Euro im Jahr 2015.
Viele Unternehmen zögern aber noch immer, Lohnbuchhaltungsprogramme oder Kundenmanagementsoftware aus der Wolke zu nutzen, weil sie Sicherheitsbedenken haben. Dabei vertrauen schon längst viele Menschen ihre sensiblen Daten einem Cloud-Computing-Dienst an, etwa wenn sie als Privatperson ein webbasiertes Mailprogramm nutzen. "Im Mittelstand sind die Vorbehalte gegenüber Cloud-Computing ausgesprochen groß", sagt Markus Vehlow, Fachmann für Cloud-Computing bei PricewaterhouseCoopers.
Plattform-, Software- und Infrastrukturwolken
Grundsätzlich lässt sich Cloud-Computing in zwei Arten unterscheiden: Mit "Software as a Service" und mit "Platform as a Service" sind reine Anwendungen gemeint, die via Internet-Datenleitung genutzt werden. Bei "Infrastructure as a Service" kommen angemietete Speicherkapazitäten und Server hinzu.
Zu den vorteilen des Cloud-Computing zählt, dass es ein rein nutzungsabhängiges Modell ist, bei dem nur die wirklich verbrauchten IT-Ressourcen berechnet werden. Das stimmt allerdings nur zum Teil, da viele Dienste wie ein regelmäßiges Abonnement abgerechnet werden: Grundgebühr plus Betrag pro Nutzer, Nutzung oder Gerät.
So zahlt etwa auch Trendmark-Fashion-Chef Mairinger für den Dienst Windows Azure von Microsoft 20 Euro Monatsbetrag pro Außendienstler, plus Gebühren für die geleasten mobilen Endgeräte und die Datenübermittlung. Cloud-Computing ermöglicht einen schlanken Arbeitsablauf: Das direkte Einspeisen von Aufträgen sorgt für effizientere Versand- und Logistikprozesse, die Auslieferungstermine können dadurch deutlich verkürzt werden. Und der Vertrieb hat mehr Zeit für Kundenbesuche.