Wichtige Daten auch gegen Datenmissbrauch im eigenen Haus schützen
Die Information verbreitete sich schnell, bald tuschelte die ganze Stadt über die Schwierigkeiten der Firma Häffel, die in Wirklichkeit anders heißt. Das war der Anfang vom Ende: Kunden stellten die Zusammenarbeit ein, Geschäftspartner sprangen ab, schließlich musste das Unternehmen Insolvenz anmelden.
Was die Verbreiter des Gerüchts nicht wussten: Das Unternehmen war in Wirklichkeit kerngesund, die Behauptungen über angebliche Zahlungsschwierigkeiten waren frei erfunden. Die E-Mails aus der Geschäftsführung waren gefälscht.
Rache gegen den ehemaligen Arbeitgeber
Den wahren Absender ermittelte Mark Semmler, Chef der Firma Antago, die Firmen bei Suche nach Lecks in ihren IT-Systemen hilft. Semmler, ein ehemaliger Hacker, fand heraus, dass die Mails aus Rache verschickt worden waren - vom ehemaligen Prokuristen der Firma. Der war kurz zuvor fristlos entlassen worden, weil er Geld in die eigene Tasche gesteckt hatte. Offensichtlich hatte anschließend niemand daran gedacht, seinen Zugang zum firmeninteren E-Mail-System zu sperren.
Semmler wundert das nicht. Er weiß: Die meisten Angriffe auf die IT von Unternehmen kommen aus den eigenen Reihen. Einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zufolge werden mehr als 60 Prozent aller IT-Delikte in deutschen Unternehmen von den eigenen Mitarbeitern begangen (siehe Grafik).