Über eine Stunde ließ Ryanair-Chef Michael O'Leary die Journalisten warten, zusammengepfercht in einem 20 Quadratmeter kleinen Konferenzraum. Dann rauschte er mit einem mannsgroßen Flugzeug im Arm in den Raum - das er öfter mal zu Presseterminen mitbringt, für witzige Fotos. Seine Entschuldigung fiel knapp aus, es habe an der Lufthansa gelegen.
Mit Vorwürfen gegen
Lufthansa machte O'Leary gleich weiter: Gegen die hat
Ryanair erneut eine Beschwerde bei der EU eingereicht. Der Vorwurf: Preisabsprachen zwischen dem Lufthansa-Konzern und
Air France-KLM . Innerhalb von sechs Stunden hätten allein am 30. September zwei Fluggesellschaften ihre Kerosinzuschläge erhöht. Lufthansa mit der Tochter Swiss, Air France-KLM, die zusammen 30 Prozent des europäischen Kurzstreckenmarktes bedienen, sagte O'Leary.
Ein Sprecher der Lufthansa wies die Vorwürfe als "haltlos" zurück. "Es gab und gibt keine Absprachen." Mit der zum Konzern gehörenden Schweizer Fluglinie Swiss dürfe sich die Lufthansa absprechen. Ebenso wie sich Air France mit ihrer Tochter KLM abstimmen kann. Aber er freut sich darüber, "dass auch Herr O'Leary zu unseren Kunden zählt und unser Streckenetz nutzt."