Toshihiko Fukui, Chef der Bank of Japan, verbeugt sich auf einer Pressekonferenz
Ultralockere GeldpolitikUntrennbar verbunden ist der Name des 72-Jährigen mit der sogenannten ultralockeren Geldpolitik der BoJ. Zwar war diese bereits in Kraft, als er 2003 das Amt von Masaru Hayami übernahm - er weitete sie aber deutlich aus. "Letztlich hat er dafür gesorgt, dass sie richtig wirksam wurde", sagt Martin Schulz, Geldpolitik-Experte am Fujitsu Research Institut in Tokio.
Im Zuge der ultralockeren Geldpolitik kaufte die BoJ seit der Jahrtausendwende direkt Wertpapiere auf, die sie als Überschussreserven hielt, und pumpte so Liquidität in den Bankensektor und die Wirtschaft. Hintergrund war, dass der Leitzins bereits bei null Prozent lag, das Land aber noch nicht aus der schwersten Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren und der Deflation herausgefunden hatte.
Fukui sorgte dafür, dass das Volumen der gekauften Wertpapiere auf bis zu 35.000 Mrd. Yen (250 Mrd. Euro) ausgeweitet wurde. So vermied Japan einen Zusammenbruch des unter faulen Krediten leidenden Bankensystems und startete die längste Wachstumsperiode seit Ende des Zweiten Weltkriegs - auch getragen durch den weltweiten Aufschwung.
Genauso entschieden beendete Fukui dann im Frühjahr 2006 die Nullzinspolitik, als die BoJ die Deflation überwunden glaubte. Nur kurze Zeit später erhöhten die Währungshüter sogar den Leitzins zweimal, auf nun 0,5 Prozent. Weitere Schritte verhinderten mal die Yen-Stärke, mal politische Turbulenzen, und zuletzt die Finanzkrise.