FTD.de » Management + Karriere » Management » Yolk - Das Quartal von November 2009 bis Januar 2010

Merken   Drucken   03.03.2010, 08:00 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der Gründer: Yolk - Das Quartal von November 2009 bis Januar 2010

Die Gründer Julia Soergel und Sebastian Munz konnten in den vergangenen drei Monaten stetig neue Nutzer gewinnen und schreiben bereits schwarze Zahlen. von Thomas Clark
Die Rechnung sollte einfach sein: Wer seine Zahl an Kunden stetig erhöht, steigert auch seine Einnahmen kontinuierlich. Beil Yolk sah das in den Monaten zwischen November 2009 und Januar 2010 anders aus.
So gewannen die Gründer Julia Soergel und Sebastian Munz von Monat zu Monat mehr Kunden: 872 im November, 936 im Dezember und 998 im Januar. Die monatlichen Eingänge auf dem Geschäftskonto waren aber leicht rückläufig. "Wenn man sich die Excel-Charts vom Geschäftskonto ansieht, sieht es so aus, als hätten wir immer weniger Einnahmen", sagt Soergel: "Tatsächlich steigen unsere Umsätze stetig."
Einnahmen:
November 11.006 Euro
Dezember 10.689 Euro
Januar 10.481 Euro
Gesamt 32.175 Euro
Ausgaben:
November 6966 Euro
Dezember 9117 Euro
Januar 7429 Euro
Gesamt 23.511 Euro
Der Grund für die diametrale Entwicklung von Kundenzahl und Zahlungseingängen auf dem Geschäftskonto liegt am Zahlungsverhalten: Einige Kunden zahlen gleich bei Abschluss des Abo-Vertrags sechs Monatsgebühren im Voraus.
Zudem gebe es bei den Zahlungsoptionen seit Herbst 2009 einen starken Wechsel vom Lastschriftverfahren auf Kreditkartenbezahlung. Und beim Zahlen mit Karte dauert es manchmal bis zu neun Wochen bis zum Zahlungseingang.
Die Yolk-Gründer Julia Soergel und Sebastian Munz   Die Yolk-Gründer Julia Soergel und Sebastian Munz
Hinzu kommt, dass Kundenzahl und Nutzerzahl nicht identisch sind: Es gibt Accounts, die einzelne Personen nutzen, aber auch Accounts für zehn Personen und mehr. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Erlöse der Accounts. Neben den zahlenden Abonnenten gibt es noch zahlreiche Mite-Nutzer, die nichts bezahlen müssen. Das erklärt sich aus der Firmenhistorie: Mite war zunächst nicht als Unternehmen, sondern als kostenfrei nutzbares Projekt gegründet worden. Als Soergel und Munz Yolk gründeten, gestatteten sie den Nutzern der allerersten Stunde ihre Accounts gratis weiter zu führen. Die Nutzer von 124 Mite-Accounts, die auch unter diese Regelung fielen, zahlen freiwillig.
Auf der Ausgabenseite stehen 23.511 Euro. Tatsächlich gaben Soergel und Munz lediglich 16.311 Euro aus. Weitere 7200 Euro wurden als kalkulatorische Kosten hinzugerechnet, um einen realistischen Eindruck davon zu geben, wie rentabel Yolk ist.
So arbeiten sowohl Soergel (in Berlin) und Munz (in Hamburg) von Zuhause aus. Yolk spart darüber hinaus Personalkosten, weil Soergel derzeit ein Stipendium der Beuth-Hochschule in Höhe von 2000 Euro monatlich enthält. Anders als Munz, der bis Ende 2009 ein Gehalt von 2250 Euro monatlich erhielt, waren es bei Soergel folglich nur 250 Euro. Als Weihnachtsgeld zahlten sich Soergel und Munz jeweils 1000 Euro aus. Zum Jahreswechsel gönnten sich die beiden eine Gehaltserhöhung: Seit Januar liegt ihr Salär bei 2500 Euro.
Pro Gründer wurden daher in dieser Bilanz je 200 Euro "virtuelle" Büromiete pro Monat veranschlagt, sowie 2000 Euro Gehalt für Soergel.

Die Yolk-Bilanz Teil 2: Mundpropaganda statt Werbung

  • FTD.de, 03.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 03.03.2010 20:22:30 Uhr   Julia Soergel: Danke, Martin!

    Wie schön, selbst von zahlenfirmer FTD-Leserschaft solch Lob zu erhalten, merci!

  • 03.03.2010 10:47:44 Uhr   Martin: Respekt!
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