Die Yolk-Gründer Julia Soergel und Sebastian Munz
Hinzu kommt, dass Kundenzahl und Nutzerzahl nicht identisch sind: Es gibt Accounts, die einzelne Personen nutzen, aber auch Accounts für zehn Personen und mehr. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Erlöse der Accounts. Neben den zahlenden Abonnenten gibt es noch zahlreiche Mite-Nutzer, die nichts bezahlen müssen. Das erklärt sich aus der Firmenhistorie: Mite war zunächst nicht als Unternehmen, sondern als kostenfrei nutzbares Projekt gegründet worden. Als Soergel und Munz Yolk gründeten, gestatteten sie den Nutzern der allerersten Stunde ihre Accounts gratis weiter zu führen. Die Nutzer von 124 Mite-Accounts, die auch unter diese Regelung fielen, zahlen freiwillig.
Auf der Ausgabenseite stehen 23.511 Euro. Tatsächlich gaben Soergel und Munz lediglich 16.311 Euro aus. Weitere 7200 Euro wurden als kalkulatorische Kosten hinzugerechnet, um einen realistischen Eindruck davon zu geben, wie rentabel Yolk ist.
So arbeiten sowohl Soergel (in Berlin) und Munz (in Hamburg) von Zuhause aus. Yolk spart darüber hinaus Personalkosten, weil Soergel derzeit ein Stipendium der
Beuth-Hochschule in Höhe von 2000 Euro monatlich enthält. Anders als Munz, der bis Ende 2009 ein Gehalt von 2250 Euro monatlich erhielt, waren es bei Soergel folglich nur 250 Euro. Als Weihnachtsgeld zahlten sich Soergel und Munz jeweils 1000 Euro aus. Zum Jahreswechsel gönnten sich die beiden eine Gehaltserhöhung: Seit Januar liegt ihr Salär bei 2500 Euro.
Pro Gründer wurden daher in dieser Bilanz je 200 Euro "virtuelle" Büromiete pro Monat veranschlagt, sowie 2000 Euro Gehalt für Soergel.