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Merken   Drucken   15.08.2007, 12:53 Schriftgröße: AAA

Die Schatzkisten von Gates, Buffett und Icahn

Drei der reichsten Männer der Welt haben ihre weit verzweigten Firmenbeteiligungen offen gelegt. Dabei kamen erstaunliche Investments zu Tage: Warren Buffett engagiert sich beim "Wall Street Journal", Bill Gates bevorzugt dagegen Fast-Food-Ketten.
Der eine gründete selbst ein Schwergewicht an der Börse, die beiden anderen wurden durch kluge Beteiligungen zu Milliardären. Microsoft-Gründer Gates und die Investoren Buffett und Carl Icahn haben in Pflichtmitteilungen ihr eigenes Portfolio offengelegt. Ein Überblick.
Der US-Milliardär Warren Buffett gab am Dienstagabend neue Investments beim zweitgrößten US-Finanzininstitut Bank of America und dem Medienkonzern Dow Jones bekannt. Zu Buffetts Firmenimperium Berkshire Hathaway gehören mehr als 70 Unternehmen, die unter anderem Eiskrem, Unterwäsche und Farben herstellen. Der Wert der gesamten Aktien- und Anleihenpakete des Konzerns beläuft sich dem jüngst vorgelegten Quartalsbericht zufolge per Ende Juni auf knapp 100 Mrd. $. Buffett, dessen Privatvermögen auf mehr als 50 Mrd. $ geschätzt wird, bevorzugt große Firmen mit einer klaren Ausrichtung und stabilen Einnahmen, deren Aktienkurs als unterbewertet gilt.
Der 76-Jährige erklärte in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht, bis zum 30. Juni Aktien der Bank of America im Wert von 425,3 Mio. $ erworben zu haben. Auch die Beteiligungen an den Instituten Wells Fargo und US Bancorp seien gestiegen. Allein der Anteil an Wells Fargo beläuft sich auf rund 9 Mrd. $. Buffetts Imperium stockte auch die Beteiligungen an den Pharmafirmen Johnson&Johnson und Sanofi-Aventis auf.
An Dow Jones hielt der Milliardär einen Monat vor der Besiegelung der Übernahme durch Rupert Murdoch Aktien im Wert von knapp 160 Mio. $. Zu welchem Preis er eingestiegen war, teilte Buffett nicht mit. Murdoch bietet einen Aufschlag von mehr als 60 Prozent auf den Dow-Jones-Kurs vor Beginn der Übernahmesaga. Buffett darf die Beteiligungen seines Konzerns stets mit leichter zeitlicher Verzögerung veröffentlichen, damit andere Investoren ihm seine Investitionsstrategien nicht sofort nachmachen können. In der Regel steigen die Kurse der betroffenen Firmen nach Bekanntwerden der Aktienpakete.
Auch Microsoft-Gründer Bill Gates veröffentlichte Beteiligungen etwa beim Burgerbrater McDonald's. Gates gab bekannt, er sei mit seiner Stiftung bis Ende Juni bei diversen Firmen eingestiegen . Neben der McDonald's-Beteiligung mit einem Wert von derzeit rund 35 Mio. $ nannte er den Autoversicherer Progressive. Auch der Anteil an dem Fotokonzern Eastman Kodak sei leicht aufgestockt werden. Einen Wert der gesamten Aktienpakete nannte Gates nicht.
Der US-Investor Carl Icahn stieg in größerem Maße bei den Aluminiumherstellern Alcan und Alcoa ein, deren Fusionsgespräche vor einem Monat scheiterten. Er bezifferte den Wert der Firmenbeteiligungen seines Fonds Icahn Management per 30. Juni auf knapp 4,3 Mrd. $. Dies sei fast doppelt so viel wie im Vorquartal, teilte Icahn der Börsenaufsicht mit. Neben den Alcoa- und Alcan-Beteiligungen mit einem derzeitigen Gesamtwert von mehr als 230 Mio. $ gab der Milliardär auch bekannt, rund 69,11 Millionen Aktien an dem Verluste schreibenden Handy-Hersteller Motorola zu halten. Das entspricht mehr als drei Prozent. Icahn hatte zuletzt vergeblich versucht, mehr Einfluss im Management des Unternehmens zu gewinnen.
  • FTD.de, 15.08.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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