Deutsche Bank - aus der umstrittenen Finanzierung eines bulgarischen Atomkraftwerks zurückgezogen
Als im vergangenen Monat
Deutsche Bank und
HypoVereinsbank (HVB) ihren Rückzug aus der umstrittenen Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerks (AKW) Belene ankündigten, jubelten die Umweltorganisation Urgewald und das Anti-Atom-Bündnis Ausgestrahlt über ihren Erfolg.
Urgewald-Geschäftsführerin Heffa Schücking sagte: "Es passiert schließlich nicht alle Tage, dass eine kleine Umweltorganisation mit Hauptsitz in Sassenberg zwei der mächtigsten Banken Europas in die Knie zwingt."
Allerdings: Die HVB hatte darauf hingewiesen, dass der Belene-Rückzug "kein grundsätzlicher Ausstieg aus der Finanzierung von Atomkraft" sei. Deshalb befürchten die Umweltschützer jetzt den Wiedereinstieg der Geldgeber bei anderen AKW-Projekten.
Ob die HypoVereinsbank zukünftig zu den Geldgebern von AKW-Projekten gehören wird, kann Stefan Löbbert, Leiter CSR-Management, nicht sagen. Jede Kreditzusage aus diesem Bereich sei jedoch an strenge Kriterien geknüpft und werde nur in Erwägung gezogen, wenn die höchsten internationalen Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Auch nach der HVB-Unicredit-Fusion spielt das Thema CSR bei der Münchner Großbank eine wichtige Rolle. Nach Löbberts Meinung "sind deutsche Banken in Sachen CSR gut unterwegs", auch wenn Institute aus Großbritannien und den Niederlanden noch immer als europaweit führend anzusehen seien.