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Merken   Drucken   04.02.2008, 09:54 Schriftgröße: AAA

Die Wiederauferstehung von Rolf Gerlach

Vor Kurzem noch schien die Karriere des westfälisch-lippischen Sparkassenpräsidenten Rolf Gerlach fast beendet. Doch im Streit um die WestLB kann er punkten. von Nina Luttmer (Frankfurt)
" Rolf Gerlach  hält die Fahne für uns hoch", sagt ein westfälischer Sparkassenvorstand. "Er kämpft gegen das Land für unsere Interessen." Moment einmal: Ist das nicht derselbe Mann, der noch vor kaum drei Monaten daran zweifelte, dass Gerlach der richtige Mann an der Spitze des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes sei? Der kritisierte, Gerlach habe ein ernsthaftes Glaubwürdigkeitsproblem? "Ja", sagt der Vorstand heute. Aber nun sei er froh, dass die Sparkassen Gerlach hätten.
Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Die Stimmung der Sparkassenvorstände in Nordrhein-Westfalen hat sich zugunsten Gerlachs gedreht, nachdem sie ihn Ende vergangenen Jahres schon so gut wie abgeschrieben hatten. Hauptgrund war, dass bis heute niemand so genau weiß, wie früh Gerlach von den skandalösen Eigenhandelsgeschäften der WestLB wusste. "Mit Gerlach ist es ein bisschen wie mit Phönix aus der Asche", beschreibt ein Sparkassenverbandsfunktionär die neue Stimmung.
Regierungsvertreter leiden unter der Verhandlungshärte von Rolf ...   Regierungsvertreter leiden unter der Verhandlungshärte von Rolf Gerlach
Nun sind die Institute überzeugt, dass Gerlach ihre Interessen im Streit um die Zukunft der WestLB gegenüber der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit Härte vertreten wird. Die Sparkassen, die 50,3 Prozent an der WestLB halten, würden ihre Anteile an der Bank gerne an das Land verkaufen, allerdings nur zu einem vertretbaren Preis. In die Position eines Minderheitsaktionärs wollen sie nicht geraten, genauso wenig wollen sie weitere Lasten schultern.
Bislang hat Gerlach sie in den zähen Verhandlungen nicht enttäuscht. Aus Kreisen der Regierung ist immer wieder Gestöhne über Gerlachs Verhandlungshärte und seine vermeintlich rücksichtslosen, taktischen Spielchen vernehmbar.
Gegenüber Michael Breuer, dem Präsidenten des rheinischen Sparkassenverbandes, hat er den Vorteil, dass er nicht mehr Aufsichtsratschef der WestLB ist. Die Landesregierung hatte ihn Ende 2007 unter Druck gesetzt, den Posten niederzulegen. Breuer muss durch seine Position stärker auf Ausgleich setzen als Gerlach und zudem noch andere Aufgaben im Blick behalten. So muss er zum Beispiel einen Nachfolger für WestLB-Chef Alexander Stuhlmann suchen.
Da Breuer seinen Job als Sparkassenpräsident erst zum 1. Januar angetreten hat und ein Vertrauter von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist, fehlt ihm zudem noch das volle Vertrauen der Sparkassen.
Da hat es Gerlach besser: Niemand würde ihm unterstellen, dass er der Landesregierung zu weit entgegenkommen könnte. Sein Verhältnis zu Rüttgers und Finanzminister Helmut Linssen  (CDU) gilt als vollkommen zerrüttet.
  • Aus der FTD vom 04.02.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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