Regierungsvertreter leiden unter der Verhandlungshärte von Rolf Gerlach
Nun sind die Institute überzeugt, dass Gerlach ihre Interessen im Streit um die Zukunft der WestLB gegenüber der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit Härte vertreten wird. Die Sparkassen, die 50,3 Prozent an der WestLB halten, würden ihre Anteile an der Bank gerne an das Land verkaufen, allerdings nur zu einem vertretbaren Preis. In die Position eines Minderheitsaktionärs wollen sie nicht geraten, genauso wenig wollen sie weitere Lasten schultern.
Bislang hat Gerlach sie in den zähen Verhandlungen nicht enttäuscht. Aus Kreisen der Regierung ist immer wieder Gestöhne über Gerlachs Verhandlungshärte und seine vermeintlich rücksichtslosen, taktischen Spielchen vernehmbar.
Gegenüber Michael Breuer, dem Präsidenten des rheinischen Sparkassenverbandes, hat er den Vorteil, dass er nicht mehr Aufsichtsratschef der WestLB ist. Die Landesregierung hatte ihn Ende 2007 unter Druck gesetzt, den Posten niederzulegen. Breuer muss durch seine Position stärker auf Ausgleich setzen als Gerlach und zudem noch andere Aufgaben im Blick behalten. So muss er zum Beispiel einen Nachfolger für WestLB-Chef Alexander Stuhlmann suchen.
Da Breuer seinen Job als Sparkassenpräsident erst zum 1. Januar angetreten hat und ein Vertrauter von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist, fehlt ihm zudem noch das volle Vertrauen der Sparkassen.
Da hat es Gerlach besser: Niemand würde ihm unterstellen, dass er der Landesregierung zu weit entgegenkommen könnte. Sein Verhältnis zu Rüttgers und Finanzminister
Helmut Linssen (CDU) gilt als vollkommen zerrüttet.