"Man muss auch mal unehrlich sein können"
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Vielleicht hatte der Preuße Schmidt den bauernschlauen Rampl unterschätzt, dem zuletzt kaum ein Trick zuwider war - zumindest mit dem hehren Zweck, die HVB vor dem Untergang zu bewahren. "Man muss auch mal unehrlich sein können", sagt Rampl. Nachdem er den Aktionären 2004 eine Kapitalerhöhung über 3 Mrd. Euro abverlangt hatte, waren seine Versprechen schnell Makulatur. Löcher von 2,5 Mrd. Euro im Immobilienkreditportfolio musste der Banker, der es in 35 Jahren vom Lehrling zum Chef gebracht hat, aufdecken. Auf der Hauptversammlung kassierte er verbale "Watschn".
Doch Rampl hat die wichtigen Truppen an sich gebunden: Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. "Für uns war er immer verlässlich", sagt Gewerkschafter Klaus Grünewald. Die Position als Chairman im neuen Konzern bedeutet für den 57-Jährigen endlich mehr Zeit für die Familie und das Haus in Florida. Die Turbulenzen haben beim robusten Bayern Spuren hinterlassen. Grauer ist er geworden - und distanzierter. Auch mit dem Rauchen hat er wieder angefangen. Mit Rampl solle man nicht pokern, schrieb ein Analyst. Mit Unicredit-Chef Alessandro Profumo aber auch nicht. Viel steht auf dem Spiel - für beide.