Edgar Bronfman junior, Warner-Music-Chef, patzt auch bei seinem zweiten großen Auftritt
Natürlich klagte Edgar Bronfman junior nicht öffentlich über den Reinfall seines Börsengangs mit Warner Music. Durfte er auch gar nicht. Die Börsenaufsicht hatte ihm in den Wochen vor der Erstnotierung der Aktien am Mittwoch an der Wall Street einen Maulkorb verpasst, die übliche Schweigeperiode. Doch hinter den Kulissen heißt es allerorts, der sonst so ruhige Mann würde vor Wut toben.
Der Ärger ist verständlich. Mit seinem Engagement bei Warner Music wollte der Milliardärssohn der Welt und seiner Familie zeigen, dass er doch ein gewiefter Unternehmer ist. Den Schaden, den er dem Vermögen des Bronfman-Clans einst mit dem Kauf von Universal und vor allem der Fusion mit Vivendi zugefügt hat, wieder ausbessern. Warner Music sollte sein Weg zur Rehabilitierung sein - als Finanzmann, Manager und Künstler.
Spott, Häme und Kritik
Stattdessen erntet der 49-Jährige jetzt wieder einmal Spott, Häme und Kritik. Muss sich anhören, dass er mit dem schief gegangenen Börsengang nur abkassieren wollte, stolze Labels wie Electra und Atlantic ausbluten ließ, nichts für die Künstler getan hat. Letztgenannte Kritik dürfte den Hobbykomponisten besonders treffen. Bislang konnte sich Bronfman, der Hits für Cher und Dionne Warwick geschrieben hat, wenigstens als Freund der Künste rühmen.