FTD.de » Management + Karriere » Management » Edgar Bronfman junior: Unglückliches Händchen

Merken   Drucken   12.05.2005, 13:38 Schriftgröße: AAA

Edgar Bronfman junior: Unglückliches Händchen

Edgar ist beleidigt. Sauer auf die Presse, verärgert über die Investoren, zornig auf die Analysten. Von der Rockband Linkin Park, die ihn öffentlich als Abzocker kritisierte, obwohl sie bei ihm unter Vertrag steht, will er sowieso nichts mehr wissen. von Thomas Clark
Edgar Bronfman junior, Warner-Music-Chef, patzt auch bei seinem ...   Edgar Bronfman junior, Warner-Music-Chef, patzt auch bei seinem zweiten großen Auftritt
Natürlich klagte Edgar Bronfman junior nicht öffentlich über den Reinfall seines Börsengangs mit Warner Music. Durfte er auch gar nicht. Die Börsenaufsicht hatte ihm in den Wochen vor der Erstnotierung der Aktien am Mittwoch an der Wall Street einen Maulkorb verpasst, die übliche Schweigeperiode. Doch hinter den Kulissen heißt es allerorts, der sonst so ruhige Mann würde vor Wut toben.
Der Ärger ist verständlich. Mit seinem Engagement bei Warner Music wollte der Milliardärssohn der Welt und seiner Familie zeigen, dass er doch ein gewiefter Unternehmer ist. Den Schaden, den er dem Vermögen des Bronfman-Clans einst mit dem Kauf von Universal und vor allem der Fusion mit Vivendi zugefügt hat, wieder ausbessern. Warner Music sollte sein Weg zur Rehabilitierung sein - als Finanzmann, Manager und Künstler.
Spott, Häme und Kritik
Stattdessen erntet der 49-Jährige jetzt wieder einmal Spott, Häme und Kritik. Muss sich anhören, dass er mit dem schief gegangenen Börsengang nur abkassieren wollte, stolze Labels wie Electra und Atlantic ausbluten ließ, nichts für die Künstler getan hat. Letztgenannte Kritik dürfte den Hobbykomponisten besonders treffen. Bislang konnte sich Bronfman, der Hits für Cher und Dionne Warwick geschrieben hat, wenigstens als Freund der Künste rühmen.
Seine Geschäftsideen kamen weniger gut an als seine Lieder. Als er vor über zehn Jahren die dynastische Nachfolge an der Spitze des Schnapskonzerns Seagram antreten sollte, ließ er seinen Vater Edgar senior wissen, dass ihm das zu langweilig sei. Er setzte den Verkauf der lukrativen Beteiligung am Chemiekonzern DuPont durch, kaufte mit dem Geld das Hollywood-Studio Universal und die dazugehörige Musiksparte, später Polygram.
Das Abenteuer verlief schlecht. Als Bronfman im Jahre 2000 vom damaligen Vivendi-Chef Jean-Marie Messier auf eine Fusion angesprochen wurde, sah er in Messier einen Retter. Nur allzu gern tauschte er die Familienaktien in Vivendi-Papiere. Das war nicht sehr klug, denn wenig später stand Vivendi kurz vor der Pleite, und die Bronfmans mussten zusehen, wie ihr Familienvermögen schwand. Verständlich, dass Edgars Onkel seitdem nicht mehr mit ihm redet.
Als vor über einem Jahr Warner Music zum Verkauf stand, schlug Bronfman zu - mit drei Partnern zahlte er 2,6 Mrd. $, wollte sanieren und endlich gewinnen. Es sollte nicht sein. Warner Music wurde beim Börsengang um 200 Mio. $ unter dem von Bronfman und Partnern gezahlten Preis bewertet.
  • Aus der FTD vom 12.05.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote