Gemeinsam auch international stark: deutsche Familienunternehmen
Es ist schon paradox. Die Wirtschaftselite unseres Landes versucht uns glauben zu machen, der Standort D sei dramatisch auf dem absteigenden Ast, kaum noch wettbewerbsfähig. Andererseits gibt es rund 1500 international ausgerichtete Marktsegmente, in denen deutsche Unternehmen führend sind oder zumindest die Positionen zwei oder drei belegen. Zu diesen Weltmarktführern gehören so namhafte Konzerne wie Siemens (Medizintechnik, Automatisierung, Licht und Kraftwerkstechnik) und Bertelsmann (Buchverlage, Druckereien, Musikgeschäft), aber auch Firmen wie Robot, Weltmarktführer für Radarfallen, und Teepack, das mehr Teebeutelmaschinen herstellt als jedes andere Unternehmen.
Ziehen wir die rund 140 börsennotierten Unternehmen aus Dax, MDax, SDax und TecDax ab, so finden sich in Deutschland immer noch mehr als 1000 Firmen, die mindestens eine Top-drei-Position in der Welt innehaben. Dies ist mehr, als jede andere vergleichbare Volkswirtschaft aufzuweisen hat.
Familienunternehmen an der Spitze
1065 dieser Unternehmen wurden für die Datenbank "Deutsche Weltmarktführer" aktuell identifiziert. Allein diese Zahl an erstklassigen Mittelständlern belegt: So schlecht kann der Standort nicht sein. Wie sonst könnten aus diesem Land heraus so viele Firmen so erfolgreich sein? Neben den großen Publikumsgesellschaften sind es die familiengeführten Champions, die Deutschland zum Exportweltmeister machen und somit das Rückgrat der hiesigen Wirtschaft bilden.
Die Wirbel dieses Rückgrats - um kurz auf die Struktur einzugehen - sind mehrheitlich mittelgroß. Die jährliche Umsatzgröße beträgt im Durchschnitt 565 Mio. Euro, wofür vor allem Familienkonzerne wie Haniel, Heraeus, Freudenberg oder Würth verantwortlich sind. Das Gros der Firmen erwirtschaftet zwischen 50 und 200 Mio. Euro Umsatz, bei ihnen liegt der Mittelwert bei 117 Mio. Euro. Allen Unternehmen gemein ist ein veritabler Auslandsanteil. Die Exportquote beträgt durchschnittlich knapp 60 Prozent. Es finden sich sogar Unternehmen wie Stoll (Flachstrickmaschinen), Madaus (Pflanzenextrakte) oder Klobus (Buchbindemaschinen), die mehr als 90 Prozent ihrer Produkte und Dienstleistungen im Ausland absetzen.
Stark vertreten: Autozulieferer und Maschinenbauer
Diese deutsche Firmenelite ist in ihrer großen Mehrheit in Familienbesitz. Angelsächsische Private-Equity-Fonds besitzen mittlerweile fast jedes zehnte Unternehmen. Offensichtlich habe sie einschlägige Qualitäten früh erkannt.