Wunsch der Nutzer: Zelt mit vier Eingängen
Um den erstgenannten Fall kümmern sich beispielsweise US-Plattformen wie Innocentive oder Ninesigma. Diese bieten nicht nur Unternehmen die Möglichkeit, Problemstellungen öffentlich auszuschreiben, sondern pflegen zugleich ein Netzwerk von Forschern, die sich regelmäßig darauf bewerben. Bei den wenigen deutschsprachigen Anbietern drehen sich die Innovationen meist um das Design der Produkte. Wie beim österreichischen Portal Brainfloor, der Schweizer Seite Atizo.com oder der deutschen Plattform Vo-Agentur.de, deren Nutzer bereits das Aussehen von Milchflaschen, Taschen und Kickertischen beeinflusst haben.
Open Innovation bedeutet aber auch, selbst auf Menschen zuzugehen, die anders denken. So wie die Schmitz-Werke, ein Markisenbauer aus dem westfälischen Emsdetten. Dort suchte man eine Alternative zu den Stahlketten, mit denen Markisen für gewöhnlich bewegt werden. Denn die können rosten und quietschen. Beim Schmitz-Produkt Markilux übernimmt dies jetzt verschleißfrei und geräuschlos die sogenannte Bionic-Sehne.
Markilux-Projektleiter Günter Schöttler hat dafür keine Internetausschreibung genutzt. Zwei Marketing-Mitarbeiter von Schmitz sind allein dafür abgestellt, in Fachmagazinen und im Internet nach Entwicklungspartnern zu suchen - und das nicht nur innerhalb der Branche. Die Sehne entstand in Zusammenarbeit mit einem Betrieb, der sonst Bänder und Borten, Kletterseile und Fallschirmgeschirre herstellt.
Von der Zusammenarbeit profitieren beide. Markilux kann ein innovatives Produkt auf den Markt bringen - und der Sehnenhersteller einen neuen Markt erschließen. "Erst einmal hat er eine feste Liefervereinbarung mit uns. Später kann er auch für die Wettbewerber produzieren." Schöttler hat das Prinzip Open Innovation vor zwei Jahren bei Schmitz eingeführt. "Damit verkürzen wir unsere Entwicklungszeiten extrem", sagt er. "Wir fragen uns hinterher oft, warum wir nicht selbst drauf gekommen sind. Aber ein Maschinenbauer denkt eben anders als etwa ein Chemiker."