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  FTD-Serie: Wege aus der Kreditklemme

Der Mittelstand braucht Investitionskapital, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Doch die Krise an den Finanzmärkten macht genau dieses Kapital knapp, weil Banken sich mit Krediten zurückhalten. Wir zeigen, welche Alternativen es gibt.

Merken   Drucken   03.03.2008, 08:00 Schriftgröße: AAA

Enable: Qualität allein genügt nicht

International ausgerichtete deutsche Familienunternehmen wollen künftig verstärkt am Aufbau ihrer Marken arbeiten. Bislang war das für sie kaum ein Thema. von Midia Nuri
"Ist Ihre Marke ein Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb?" hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) weltweit 1454 Familienunternehmen gefragt. Nur jedes neunte antwortete mit Ja.
Den Schnitt verschlechtert haben nicht zuletzt die deutschen Probanden: Von 103 Befragten sah kein einziger die Marke als Erfolgsfaktor. Eine verblüffende Erkenntnis. Dabei sind die deutschen Exportweltmeister doch seit Jahrzehnten unterwegs, um die Namen ihrer Produkte weltweit bekannt zu machen.
Aber vielleicht ist es einfach nur ein Missverständnis. "Deutsche Unternehmen vertrauen offenbar darauf, dass ihre Marke von der guten Qualität ihrer Produkte profitiert", vermutet Norbert Winkeljohann, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Mittelstand. Die Produktqualität soll also auf die Marke abstrahlen.
Leistung ersetzt die Marke   Leistung ersetzt die Marke
Technologie als Erfolgsfaktor
Umgekehrt geht das allerdings auch: Mehr als die Hälfte der deutschen Befragten will künftig mehr ins Marketing investieren, um dem eigenen Markenimage mehr Profil zu verleihen. Besonders schwierig dürfte das nicht sein, denn an der Qualität der eigenen Produkte zweifeln deutsche Unternehmen nicht.
Deren Tüftlerimage bestätigt die Studie "Familienunternehmen 2008". Es hat seinen Grund, wenn fast jedes zweite Familienunternehmen seine Technologieführerschaft als wichtigsten Erfolgsfaktor im internationalen Wettbewerb hervorhebt.
Damit stehen die Deutschen global allein da: In den anderen befragten Ländern liegt dieser Anteil im einstelligen Bereich. Dort wird der Schwerpunkt eher auf das Produktdesign sowie auf Beständigkeit und Kundentreue gelegt. Beides gilt in Deutschland als weniger wichtig mit Angaben von 7 beziehungsweise 13 Prozent.
Weltweit ähnliche Herausforderungen
Schlecht fahren die Deutschen mit ihrer Prioritätensetzung offenbar nicht. Bei acht von zehn Familienunternehmen ist die Nachfrage im vergangenen Jahr angezogen, sieben von zehn erwarten für dieses Jahr weitere Verbesserungen.
"Die Unternehmen fühlen sich im internationalen Wettbewerb wohl", sagt PwC-Vorstand Winkel¬johann, "ohne jedoch die unternehmerischen Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren."
Diese Herausforderungen werden weltweit ähnlich gesehen: Das Werben von Fachkräften, Umstrukturierungen und das Sichern der Liquidität stehen bei fast allen Unternehmen im Fokus. Auffällig ist, dass sich deutsche Firmen vergleichsweise mehr um steigende (Rohstoff-)Preise sowie um eine ausreichende Rentabilität sorgen.

Teil 2: Das Problem der deutschen Familienunternehmen

  • FTD.de, 03.03.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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