Dr. Rainer Stemme
Ehrgeiziger PlanSolche Aufklärungsflieger würden gebraucht, sagt der Firmenchef und wird bestätigt durch die Zahlen der Teal Group. Das Beratungshaus schätzt, dass sich der Umsatz für unbemannte Aufklärer in den nächsten zehn Jahren auf 55 Mrd. US-Dollar weltweit verdoppeln wird. Gründe, fliegende Beobachter einzusetzen, gibt es offenbar zuhauf.
Die Bundeswehr könnte ihre Einsätze kontrollieren, in Krisenregionen könnten aus großer Höhe verdächtige Bewegungen registriert werden. Auf diese Weise könnten auch Pipelines überwacht und der Straßenverkehr observiert werden. Auch zur Landvermessung, zur Suche nach Bodenschätzen und sogar für Filmproduktionen könnten die Motorsegler genutzt werden.
In drei Jahren, so der ehrgeizige Plan, soll die Hälfte des Umsatzes der Stemme AG aus der neuen Sparte kommen, kurz UMS genannt. UMS steht für Umwelt-Messflug-Systeme, ein bewusst nichtmilitärischer Name. Schließlich sollen ja auch zivile Kunden angesprochen werden.
Zeit hat Stemme nicht zu verlieren, denn die Konkurrenz ist längst am Start. Spezialfirmen wie IAI und Elbit aus Israel verkaufen bereits ähnliche leichte Aufklärer, Konzerne wie EADS drängen in den Markt. Da hat niemand auf eine 50-Mann-Firma gewartet, die mäßig repräsentabel in früheren Baracken der DDR-Armee am Rande des Flughafens Strausberg untergebracht ist und die vergangenes Jahr gerade einmal auf 5,4 Mio. Euro Umsatz kam. Auch Reiner Stemme ist klar, dass ein Unternehmen dieser Größenordnung auf dem Radar der Ministerien gar nicht erst auftaucht.