Meine letzte Chance - das ist hierzulande oft das einzige Motiv, ein Unternehmen zu gründen. Nicht Selbsterfüllung, nicht Eigenverantwortung, nicht Spaß. Entsprechend die Zahlen: 2001 starteten 2,9 Prozent aller erwerbsfähigen Deutschen ein Unternehmen, 2007 waren es nur noch 1,7 Prozent. Im Vergleich von 42 Industriestaaten liegt die Bundesrepublik auf Rang 34.
Hauptgrund dafür ist die unzureichende Unterstützung für das Thema durch Schulen und Hochschulen. So die Ansicht von Gründungsexperten aus Unternehmen, Hochschulen, Kammern und Banken in einer Umfrage, die die Agentur Evers & Jung für das Bundeswirtschaftsministerium durchführte.
Das unübersichtliche Förderangebot hielten die Befragten für hemmender als Bürokratie und Geldmangel. Mehr als die Hälfte beklagten, dass Unternehmertum als Alternative zum Angestelltendasein wenig akzeptiert sei. Entscheidend sei darum, die unternehmerische Kultur zu verändern, sagt Agenturgeschäftsführer Martin Jung.
Denn auch die deutsche Arbeitswelt ändere sich. "Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben einmal selbstständig zu sein, ist heute wesentlich größer als vor zehn Jahren."