Markus Krüger ist unzufrieden. Obwohl der selbstständige Führungskräftetrainer und -berater viel arbeitet, stimmen die Ergebnisse nicht. Sein Geschäft macht ihm immer weniger Freude. "Verzettelung" lautet seine Diagnose.
"Vor lauter Arbeit bleibt keine Zeit mehr für das eigentliche Geschäft." Mittlerweile fragt sich Krüger, ob er nicht in ein festes Anstellungsverhältnis zurückkehren soll. Wo er wieder nur ein Rädchen im Getriebe wäre. Eigentlich hatte er sich selbstständig gemacht, um eigene Ideen zu verwirklichen.
Zu tun hat Krüger genug, nur mit den eigenen Ideen und deren Verwirklichung sieht es schlecht aus. Der Einzelkämpfer fühlt sich überfordert, "schließlich ist ja niemand außer mir da, der die ganze Arbeit erledigt".
Geschäft in den Griff bekommen
Markus Krüger irrt sich. Auch wenn Solounternehmer besonderen Anforderungen ausgesetzt sind, können sie ihr Geschäft (und dabei auch ihr Leben) in den Griff bekommen. Wichtige Voraussetzung dafür sind: strategischer Fokus, Systematisierung und Unterstützung.
Seinen strategischen Fokus hat Krüger verloren. Dabei war der beim Start völlig klar: Unternehmen und Führungskräfte bei der Weiterentwicklung ihrer Führungskultur zu unterstützen und dabei gleichzeitig genug Geld und Zeit für sich selbst und seine Familie zu haben. Genau das will er auch heute noch.
Diese Zielvorstellung ruft sich der Berater nun täglich ins Gedächtnis zurück. Statt lediglich seine To-do-Listen abzuarbeiten, fragt er sich jeden Morgen, was darauf am wichtigsten ist, um seine Ziele zu erreichen. Das wandert auf seiner Liste ganz nach oben. So beginnt Krüger den Tag mit einem Erfolgserlebnis und der Gewissheit, das Wichtigste bereits erledigt zu haben.
Systematisierung der Business-Aktivitäten
Im nächsten Schritt beginnt der Trainer mit der Systematisierung seiner Business-Aktivitäten. Auslöser ist eine teure, aber ergebnislose Mailingaktion. Krüger hatte keine Zeit für das Nachfassen eingeplant. Dieser teure Fehlschlag motiviert ihn, die verschiedenen Phasen eines Mailings, die Abfolge der einzelnen Schritte und den Bedarf an finanziellen, zeitlichen und sonstigen Ressourcen in einer Checkliste festzuhalten.
Als erste Konsequenz daraus beschließt er, statt gelegentlicher Großaktionen regelmäßig Werbebriefe zu versenden und von vornherein Zeit für das Nachfassen in seinem Terminplaner zu blocken. Nachdem er auf diese Weise den ersten neuen Kunden gewonnen hat, erkennt er den Wert von Systemen anstelle von aktionistischem Vorgehen.
Ein weiterer Vorteil neben der planvollen Vorgehensweise besteht darin, dass deutlich wird, in welchen Feldern und von wem es sinnvoll ist, Unterstützung anzunehmen. Wie viele andere Selbstständige glaubte Markus Krüger ursprünglich, dass er alles selbst machen müsse. Er hätte auch gar nicht gewusst, wie er Aufgaben hätte abgeben können.
Auftragslage verbessert sich
Nun entschließt er sich, die Dienste eines Schreibbüros in Anspruch zu nehmen. Die Kosten dafür schmerzen ihn zwar, doch er erkennt schnell, dass Profis diese Dinge schneller und mit besserer Qualität erledigen als er selbst, und das zu einem weit niedrigeren Stundensatz als seinem eigenen. Ein weiterer Vorteil ist die emotionale Entlastung, sich nicht mehr um jedes einzelne Detail selbst kümmern zu müssen.
Als Markus Krüger nach einigen Monaten eine Zwischenbilanz seiner Veränderungen zieht, ist er positiv überrascht. Seine Auftragslage hat sich verbessert und er ist ruhiger und gelassener geworden. Aber am wichtigsten: Die Selbstständigkeit macht ihm wieder Freude. Gerade arbeitet er an einem Projekt, in dem er wie nie zuvor seine eigenen Ideen verwirklichen kann.