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Merken   Drucken   10.02.2008, 16:21 Schriftgröße: AAA

Energiekonzerne holen Jürgen Kluge

Der frühere Deutschlandchef der Unternehmensberatung McKinsey, Jürgen Kluge, soll Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden. Darauf haben sich nach FTD-Informationen die großen Energiekonzerne verständigt. von Matthias Ruch (Düsseldorf)
Ofiziell soll die Entscheidung in den kommenden Wochen fallen, hieß es am Wochenende in Industriekreisen. Da sich die Chefs der beiden Branchenführer, Wulf Bernotat  von Eon  und Jürgen Großmann  von RWE , mit ihren Kollegen von EnBW  und Vattenfall  bereits auf Kluge geeinigt hätten, gelte die Sache nun als sicher.
Die Energieversorger, deren Verhältnis zur Politik und zu den Verbrauchern schwer belastet ist, brauchen dringend einen starken und glaubwürdigen Verband. Gegen den Vorwurf übertriebener Preiserhöhungen und unzulässiger Kartellabsprachen hatten sich die Konzerne zuletzt jeder für sich zur Wehr gesetzt. Gegenüber der Politik beanspruchen sowohl der größte deutsche Energiekonzern Eon als auch der größte deutsche Stromerzeuger RWE die Führungsrolle für sich. Bernotat und Großmann hätten inzwischen allerdings erkannt, dass ihre gemeinsamen Interessen besser von einem renommierten Verbandschef vertreten werden könnten.
Jürgen Kluge gibt sein Amt an der Spitze der Unternehmensberatung ...   Jürgen Kluge gibt sein Amt an der Spitze der Unternehmensberatung McKinsey ab
Kluge, der in den vergangenen Jahren bereits als Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel tätig war, verfügt über gute Kontakte in die Politik und zu den großen Stromkunden in der Industrie. Der 54-Jährige gilt als sachlich und ist in gesellschaftlich brisanten Fragen - etwa dem Streit um längere Laufzeiten für Kernkraftwerke - nicht vorbelastet. "Wir würden uns glücklich schätzen, jemanden wie Herrn Kluge für das Amt gewinnen zu können", sagte ein RWE-Sprecher am Sonntag.
Die Herausforderungen für Kluge sind gewaltig. Der neue BDEW-Chef muss ein neues Verhältnis der Versorger zur Regierung aufbauen, für Transparenz und Glaubwürdigkeit, vor allem beim Strompreis, sorgen und einen Kompromiss für den deutschen Energie-Mix der Zukunft ausloten.
Der Rechtsanwalt und frühere CDU-Politiker Friedrich Merz, der nach FTD-Informationen ebenfalls als BDEW-Chef im Gespräch war, ist damit aus dem Rennen. Das Verhältnis zwischen Kanzlerin Merkel und Merz gilt als zu belastet.
10:31:15 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Energie Baden-Württemberg 32,604 EUR   -2,90%  -0.974
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RWE 30,45 EUR   +1,55%  0.465
  • FTD.de, 10.02.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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