Jürgen Kluge gibt sein Amt an der Spitze der Unternehmensberatung McKinsey ab
Kluge, der in den vergangenen Jahren bereits als Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel tätig war, verfügt über gute Kontakte in die Politik und zu den großen Stromkunden in der Industrie. Der 54-Jährige gilt als sachlich und ist in gesellschaftlich brisanten Fragen - etwa dem Streit um längere Laufzeiten für Kernkraftwerke - nicht vorbelastet. "Wir würden uns glücklich schätzen, jemanden wie Herrn Kluge für das Amt gewinnen zu können", sagte ein RWE-Sprecher am Sonntag.
Die Herausforderungen für Kluge sind gewaltig. Der neue BDEW-Chef muss ein neues Verhältnis der Versorger zur Regierung aufbauen, für Transparenz und Glaubwürdigkeit, vor allem beim Strompreis, sorgen und einen Kompromiss für den deutschen Energie-Mix der Zukunft ausloten.
Der Rechtsanwalt und frühere CDU-Politiker Friedrich Merz, der nach FTD-Informationen ebenfalls als BDEW-Chef im Gespräch war, ist damit aus dem Rennen. Das Verhältnis zwischen Kanzlerin Merkel und Merz gilt als zu belastet.