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Merken   Drucken   12.01.2009, 09:20 Schriftgröße: AAA

Ex-Finanzminister: Rubin tritt als Citi-Berater zurück

Der frühere US-Finanzminister Robert Rubin ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Berater der Citigroup zurückgetreten. Auch der Posten von Aufsichtsratschef Win Bischoff ist akut gefährdet. von Astrid Dörner und Francesco Guerrera (New York)
Den Rücktritt Rubins teilte das Institut am späten Freitag mit. In einem Schreiben an Citi-Chef Vikram Pandit  räumte Rubin Fehler ein. Er bedaure zutiefst, dass er, ebenso wie viele andere, die Verwerfungen in der Finanzbranche nicht früh genug erkannt habe, schrieb Rubin.
Rubin, der in den vergangenen zehn Jahren 115 Mio. $ bei der Citigroup  verdiente, war wiederholt angegriffen worden. Kritiker werfen ihm vor, das ehemals größte Finanzinstitut der Welt in eine zu riskante Strategie getrieben zu haben. Die Regierung musste das Geldhaus mit 45 Mrd. $ stützen, um einen Kollaps zu verhindern. Zudem übernahm die Regierung Bürgschaften über 306 Mrd. $.
Robert Rubin war wiederholt angegriffen worden   Robert Rubin war wiederholt angegriffen worden
Nach Informationen der "Financial Times" ist auch der Posten von Aufsichtsratschef Win Bischoff derzeit akut gefährdet. Der in Deutschland geborene Bischoff steht intern in der Kritik, den Vorstandsvorsitzenden der Citigroup, Vikram Pandit, in dessen erstem Posten als Chef einer internationalen Großbank nicht ausreichend zu beaufsichtigen und zu führen. Der 67-jährige Bischoff kündigte bereits an, zum Jahresende 2009 seinen Posten zu räumen. Als Kandidat für seine Nachfolge gilt der bisherige Time-Warner-Chefaufseher Dick Parsons.
Die Citigroup lehnte eine Stellungnahme ab, Finanzkreise werten allerdings den Weggang Rubins als Signal für eine Reihe personeller Wechsel der Citigroup. Rubin, erster Finanzminister des US-Präsidenten Bill Clinton, hatte 2007 die Ernennung Vikram Pandits zum Citi-Chef befürwortet. Nun will sich Rubin wieder stärker in der Politik engagieren.
Aufspaltung in Arbeit
Ebenfalls am Freitag wurde bekannt, dass die Citigroup an einer Aufspaltung des Konzerns arbeitet. Citi und die US-Bank Morgan Stanley prüfen Medienberichten zufolge, ihren Wertpapierhandel zu fusionieren. Der Plan sehe vor, dass Citi seine Brokersparte Smith Barney an Morgan Stanley verkaufe. Morgan solle an dem Gemeinschaftsunternehmen zunächst 51 Prozent halten, in den nächsten drei bis fünf Jahren jedoch die restlichen 49 Prozent übernehmen können, hieß es.
Kursinformationen und Charts
  Citigroup 26,47 USD  [-0.19 -0,71%
Die Citigroup könnte durch den Verkauf 2 bis 3 Mrd. $ oder 20 Prozent des Werts von Smith Barney erhalten, hieß es. Das kombinierte Unternehmen hätte rund 22.000 Finanzberater.
Pandits Bereitschaft, Smith Barney zu verkaufen, ist eine Kehrtwende seiner Strategie. Noch im November hatte der Citi-Chef versichert, er plane weder die Bank aufzuspalten noch Smith Barney zu verkaufen. Marktbeobachter vermuten, dass die US-Notenbank nun Druck auf die Großbank ausübte. Citis Aktienkurs ist 2008 um 77 Prozent eingebrochen. Am Freitag verlor das Papier rund sechs Prozent und fiel auf 6,75 $.
10:34:30 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Citigroup 26,47 USD   -0,71%  -0.19
  • Aus der FTD vom 12.01.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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