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Merken   Drucken   07.01.2009, 12:00 Schriftgröße: AAA

Ex-Star der New Economy: Meg Whitman drängt in die Politik

Die ehemalige Ebay-Chefin zieht sich aus der Wirtschaft zurück und tritt vermehrt politisch auf. Ihr Aufsichtsratsmandat bei dem Onlinehändler hat sie bereits Ende Dezember niedergelegt. Ihr Ziel: Arnold Schwarzeneggers Nachfolgerin. von Helene Laube (San Francisco) Martin Ottomeier und Arndt Ohler (Hamburg)
Ihre Posten bei den Unternehmen Procter & Gamble  sowie Dreamworks Animation SKG hat sie ebenfalls abgegeben, geht aus Schreiben an die Börsenaufsicht SEC hervor. Der plötzliche Rücktritt wird als erster Schritt in Richtung einer Kandidatur als Gouverneurin von Kalifornien gewertet. Seit einigen Wochen kursieren Gerüchte, wonach die Managerin die Nachfolge des amtierenden Gouverneurs Arnold Schwarzenegger antreten möchte. 2010 endet dessen zweite Amtszeit. Eine erneute Kandidatur ist für ihn nicht möglich.
"Ihre Erfahrung und ihre Einblicke werden uns fehlen, aber Meg wird immer ein Teil der Ebay-Familie sein", schrieb Ebay-Chef John Donahoe in einer Mitteilung.
Prominente Polit-Berater
Zwar hat die Mutter zweier Kinder bislang keine öffentlichen Ansagen zu ihren Ambitionen auf das Gouverneursamt des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats gemacht. Die Gründe seien rein "persönlich", sagte ein Whitman-Sprecher, der ihre politischen Bestrebungen nicht kommentieren wollte. Allerdings heuerte sie unlängst zwei renommierte Polit-Beratungsfirmen aus Sacramento an und lässt sich vermehrt in der kalifornischen Hauptstadt blicken. Zu ihren politischen Strategen gehören Schwarzeneggers Ex-Berater Jeff Randle sowie der von Schwarzenegger aus dem Amt katapultierte Ex-Gouverneur Pete Wilson. Die 52-Jährige, die vor ihrem Wechsel ins McCain-Lager den Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney unterstützt hatte, hat der republikanischen Partei Kaliforniens 150.000 $ gespendet.
Meg Whitman   Meg Whitman
Whitman gilt als eine der prominentesten Managerinnen des Silicon Valley. Unter ihrer Führung stieg das Online-Auktionshaus Ebay  binnen zehn Jahren zu einem der bedeutendsten Internetanbieter auf. Bei ihrem Einstieg machte das Unternehmen noch 50 Mio. $ Umsatz. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sollen es rund 8,7 Mrd. $ sein. Der Aufstieg hat Whitman zur Milliardärin gemacht.
Vor Whitman haben bereits andere Chefs von Technologiekonzernen mit der Politik geliebäugelt. So gehört Google -Chef Eric Schmidt  bislang zum Beraterstab des künftigen US-Präsidenten Barack Obama, die Ex-Chefin des Computerkonzerns Hewlett-Packard  (HP) Carly Fiorina versucht ebenfalls seit geraumer Zeit, eine politische Karriere zu starten.
Erster Anlauf gescheitert
Ihren größten Auftritt hatte Meg Whitman Anfang September im US-Bundesstaat Minnesota auf dem Parteitag der Republikaner. Der damals noch hoffnungsfrohe US-Präsidentschaftskandidat John McCain  hatte seiner Wirtschaftsberaterin volle zehn Minuten eingeräumt, um Millionen Fernsehzuschauern seine Vorstellungen zur Belebung der US-Wirtschaft vermitteln. Ihre Rede war solide, wenn auch wenig inspiriert.
Angesichts des wenig mitreißenden Auftritts auf dem Parteitag ist allerdings fraglich, ob Whitman es schafft, Millionen von Kaliforniern für sich zu begeistern. Die Konkurrenz wird hart. So gelten zahlreiche Politprofis als Konkurrenten bei der Wahl. Zu den Anwärtern gehören unter anderem die US-Senatorin Dianne Feinstein, der Bürgermeister von San Francisco, Gavin Newsom, Bundesstaatsanwalt Jerry Brown sowie Schwarzeneggers Stellvertreter John Garamendi.
  • Aus der FTD vom 07.01.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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