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Merken   Drucken   12.06.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

Exectutive Education: Soft Skills statt Fachwissen  

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die Kursinhalte der Weiterbildungsprogramme aus: Themen wie Mitarbeiterführung, Empathie oder soziale Kompetenz stehen im Mittelpunkt. von Oranus Mahmoodi
Vor ein paar Jahren noch hatten Manager eigentlich immer Recht. Die Zeit dieser vermeintlichen Helden und Einzelkämpfer ist nun aber endgültig vorbei - dank oder wegen der Wirtschaftskrise. "Sie hat die Lonely-on- the-Top-Illusion im Expresstempo entzaubert", sagt Kai Matthiesen, Geschäftsführender Partner von Metaplan in Quickborn und Lehrbeauftragter für Handlungskompetenz an der Universität St. Gallen. Mittlerweile hat sich nämlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Erfolg jedes Chefs nicht nur auf seiner Leistung, sondern auch auf der seiner Mitarbeiter beruht.
Entsprechend wandeln sich gerade die Lerninhalte für die General-Management-Seminare an den Business-Schulen. Die IE Business School in Madrid etwa setzt in ihren offenen Programmen neuerdings zwei Schwerpunkte. Die gängigen Methoden der Wirtschaftswissenschaften, wie etwa Marketing, Finance und Operations, werden nach wie vor gelehrt. Neu ist, dass auch sogenannte interpersonelle Fähigkeiten auf dem Programm stehen. Die Studenten sollen lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und von dem Wissen anderer zu profitieren - egal ob Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner.
Im Mittelpunkt der Kurse steht also nicht mehr das funktionale Wissen über Finanzen, Strategie und Marketing. Es geht viel mehr um das Unternehmen, das sicher durch den globalen Wandel und die Krise geführt werden will. Und um seine Mitarbeiter. Die Studenten lernen, Synergieeffekte über alle Hierarchiestufen hinweg zu nutzen, um Innovationen voranzutreiben. "Führungskräfte werden in unverzichtbare Leader verwandelt", sagt Charlie Breckling, Managing Director der HBS in Boston.
"Für einen Manager sind diese Fähigkeiten wie der Klebstoff, der das Management und die Organisation zusammenhält", sagt Joseph Pistrui, Dekan für Executive Education an der IE Business School. Angesichts der sich stetig wandelnden Wirtschaftslandschaft werde dieser Klebstoff immer wichtiger. Wer künftig im großen Geschäft mitmischen will, muss sich anpassen. Das kann so weit gehen, dass Manager Entscheidungen fällen, die ihnen sogar gegen den Strich gehen.
Auch an der WHU - Otto Beisheim School of Management stehen seit der Krise Führungskompetenz und -verantwortung verstärkt im Mittelpunkt der Programme. Letztlich reagiert die Schule damit auf die Wünsche ihrer Kunden. "Die Unternehmen haben durch die krisenbedingten Entwicklungen verstanden, wie wichtig es ist, die eigenen Manager für Themen wie Mitarbeiterführung und effektiver Teamarbeit zu sensibilisieren und qualifizieren", sagt Bernadette Conraths von der WHU - Otto Beisheim School of Management.
  • FTD.de, 12.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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