Dabei kann Familienfreundlichkeit ein entscheidender Faktor im Kampf um die besten Köpfe sein, ist sich Expertin Ursula Thieme sicher. "Wer rechtzeitig mit familienfreundlichen Konzepten junge Nachwuchskräfte rekrutiert und diese in der Phase der Familiengründung ernsthaft und aktiv unterstützt, wird auf Dauer die erforderlichen Fachkräfte behalten und weiterentwickeln können." Umfragen zeigen, dass für 90 Prozent der Beschäftigten zwischen 25 und 39 Jahren mit Kindern Familienfreundlichkeit bei der Arbeitgeberwahl ebenso wichtig ist wie das Gehalt, meldet auch das Familienministerium. Fast ein Drittel habe demnach für mehr Familienfreundlichkeit bereits die Stelle gewechselt.
Marcus Riecke von Monster Worldwide rät deshalb: "Eine familienfreundliche Unternehmensstruktur sollte auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern eingehen - auch wenn dies einmal einen Ausnahmezustand im Büro bedeuten kann", so Riecke. "Alternativ kann es sinnvoll sein, Mitarbeitern einen Home-Office-Arbeitsplatz zu ermöglichen. So können Eltern sich ausreichend um ihre Kinder kümmern und sind gleichzeitig mit der nötigen Büroinfrastruktur ausgestattet, um von Zuhause aus das Wichtigste für den Arbeitgeber zu erledigen."
Um solche Initiativen zu fördern, schreibt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend regelmäßig den Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie" aus, der besonders familienfreundliche Personalpolitik prämiert. Außerdem werden vergibt die Behörde ein Zertifikat zum Audit "Beruf und Familie". Derzeit unterstützt zudem der Europäischen Sozialfonds (ESF) mit seinem Förderprogramm "Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung" Firmen für zwei Jahre, beim Start eines betrieblichen Betreuungsprojekts.
An der nichtrepräsentativen Umfrage des Karriereportals Monster nahmen im Juli dieses Jahres 1441 Befragte in Deutschland und Österreich teil.