EX-FBI-Vize W. Mark Felt
Hinter dem Pseudonym verbarg sich der mysteriöse Regierungsinsider, der Anfang der 70er Jahre zwei "Washington Post"-Reportern Informationen über die Verwicklungen des Weißen Hauses in den Watergate-Skandal gab. Dies trug zum Sturz des republikanischen Präsidenten Richard Nixon bei.
Bisher gab es über die Identität von "Deep Throat" nur Spekulationen - davon jedoch reichlich. Die beiden Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein, die den Skandal um illegale Machenschaften des Weißen Hauses gegen politische Gegner aufrollten, hielten den Namen ihrer Quelle streng geheim und wollten ihn erst nach dem Tod des Informanten preisgeben. Fast jeder ehemalige Nixon-Mitarbeiter stand daher irgendwann im Verdacht, der geheimnisvolle Informant gewesen zu sein. Einige Forscher bezweifelten sogar, dass es "Deep Throat" je gegeben hat.
Nun aber enthüllte das Magazin "Vanity Fair" die Identität des Informanten, die "Washington Post" bestätigte die Information. Die Nachricht schlug in Washington wie eine Bombe ein. "Ich bin der Mann, den man 'Deep Throat' genannt hat", habe Felt dem Anwalt John O'Conner anvertraut, berichtete "Vanity Fair".
Lange verdächtig
Felt steht seit langem auf der Liste möglicher Verdächtiger. Der heute 91-Jährige war zu Nixons Amtszeit Vizedirektor der Bundespolizei FBI, die im Watergate-Skandal ermittelte. In dieser Position hatte er Einsicht in die schmutzigen Tricks, mit denen das Weiße Haus Gegner zu diskreditieren versuchte, und in die Vertuschungsversuche von Nixons Leuten.
Angewidert von den Machenschaften lenkte Felt die Reporter Woodward und Bernstein auf die richtige Spur. Im Film zum Skandal - "Die Unbestechlichen" mit Robert Redford und Dustin Hoffman - erzählt "Deep Throat" Woodward in einer düsteren Tiefgarage, wo der nachhaken müsse: "Folge dem Geld."
Bernstein und Woodward folgten dem Geld. Dabei stießen sie auf ein umfangreiches Netz illegaler Aktionen, die von Nixons Mitarbeitern gesteuert und bezahlt wurden, angefangen mit dem Einbruch in ein demokratisches Parteibüro im Watergate-Gebäude im Juni 1972. Monatelang dümpelte der Skandal vor sich hin, keine Zeitung wagte, der "Post" zu folgen. Anfang 1973 begann dann der US-Senat eigene Ermittlungen. Am 9. August 1974 musste Nixon unter der Drohung eines Amtsenthebungsverfahrens zurücktreten.