Der Arbeitgeber als Marke gewinnt an Priorität. Wie eine Studie des schwedischen Marktforschungsunternehmens Universum Communications zeigt, verstärkt fast jedes dritte Unternehmen seine Investitionen in diesem Bereich. Auch in diesem Jahr wird in jedem zweiten Unternehmen mindestens so viel wie im vergangenen Jahr ausgegeben, führt der Bericht "Employer Branding - Global Best Practice 2005" auf. Die Studie untersuchte 236 Firmen in 11 Ländern, ein Großteil davon US-Unternehmen. Die große Mehrheit der Teilnehmer bezeichnete sich als global arbeitendes oder internationales Unternehmen.
30 Euro pro Mitarbeiter haben die an der Studie beteiligten Firmen 2004 im Schnitt in die "Arbeitgeber-Marke" investiert. Damit gaben die Unternehmen dieser Studie durchschnittlich 840.000 Euro aus. Im Fokus steht dabei die konsequente und ständige Pflege des Images. Hat man eine Unternehmensmarke aufgebaut, muss ständig an ihr gearbeitet werden, sonst geht sie verloren, bestätigt Jean-Claude Le Grand von L`Oreál, der in dem Kosmetikkonzern für internationale Rekrutierung zuständig ist.
Kleinere forcieren Arbeit am Image
Auffällig ist, dass kleinere Unternehmen deutlich mehr ausgeben als Großkonzerne. Firmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 500 Mio. Euro ließen sich das Employer-Branding um die 192 Euro pro Mitarbeiter kosten. Nach Branchen betrachtet messen Finanzdienstleister der Arbeitgeber-Marke die stärkste Priorität zu - sie investierten im vergangenen Jahr im Schnitt 111 Euro pro Mitarbeiter. Mit Erfolg: Wie die jährlichen Umfragen von Universum Communications unter Hochschulabsolventen zeigen, gehören Investmentbanken und Wirtschaftsprüfer zu den beliebtesten Arbeitgebern.
Aber auch Firmen anderer Branchen befassen sich inzwischen stärker mit ihrem Image als Arbeitgeber - der härtere Wettbewerb und die stärkere Abhängigkeit von der Qualität der Mitarbeiter, dem "human capital", zwingen dazu. Dabei bauen sie deutlich stärker als beim traditionellen Marketing auf internes Wissen und Erfahrungen. Entscheidungen werden laut Studie oft eher gefühlsmäßig und weniger auf Grund von Forschungsergebnissen und Fakten gefällt.