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20.01.2012, 14:00
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Frauen in Führungspositionen:
Mit Managerinnen deutlich erfolgreicher
Männer in den Chefetagen hören es wohl nicht so gern. Doch eine Studie zeigt nun erneut: Mit weiblichen Führungskräften wirtschaften Unternehmen erfolgreicher. Weil viele Firmen das weiterhin ignorieren, entgehen ihnen höhere Umsätze und Gewinne.
von Sabine Meinert
Frauen in deutschen Chefetagen sind noch immer Mangelware. Nur 28 von 943 Vorstandsposten in den Top-200-Unternehmen waren zum Jahreswechsel mit weiblichen Fachkräften besetzt - ein Anteil von etwa drei Prozent, so die Statistik des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW). Dabei ginge es mit Chefinnen deutlich aufwärts - bezogen auf den Börsenwert und vor allem auf Umsatz und Gewinn. Denn wo Frauen den Hut aufhaben, wirtschaften Unternehmen effektiver und erfolgreicher als in männerdominierten Firmen. Das ist das jüngste Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young unter den 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas.
Die Erkenntnis ist nicht ganz neu. Bereits vor knapp vier Jahren stellten britische Expertinnen eine Studie vor, dass Firmen mit Frauen im Vorstand sich zu Universalarbeitgebern erster Güte und effektiveren Vermarktern entwickeln. Diese Unternehmen überflügelten schlichtweg Firmen mit wenig weiblichem Spitzenpersonal, so die Autorinnen. Sie forderten bereits 2008 eine "Womenomics" - eine ökonomische Revolution, die durch das Potenzial und die Kraft begabter Frauen ausgelöst wird.
Stellt sich die Frage, warum die Unternehmen hierzulande bisher nicht reagierten, warum die Politik die Frauen nicht stärker unterstützt und damit ein Konjunkturprogramm der etwas anderen Art entwickelt?
"Männliche Monokultur"Andere Länder machen vor, wie es geht. In Irland sind immerhin 28 Prozent der Vorstandsposten weiblich besetzt. 83 Prozent der Unternehmen haben mindestens eine Top-Managerin in ihren Reihen. Im Vergleich dazu blüht in Deutschland laut DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst geradezu eine "männliche Monokultur".
Die Ernst & Young-Studie zeigt, dass sich die Kennzahlen allein in DAX-Konzerne genau dann deutlich besser entwickelten, wenn über einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens eine Frau in der Führungsetage zu finden war. Ana-Cristina Grohnert, Personalchefin bei Ernst & Young für den deutschsprachigen Raum, hält die Frauen in Führungspositionen für die Folge eines Umdenkens. Gerade jene Firmen, die Managerinnen aus den eigenen Reihen rekrutierten, hätten früh begonnen, Barrieren in der Unternehmenskultur zu identifizieren. Stelle sich ein Konzern modern, aufgeschlossen, flexibel, zukunftsorientiert, nachhaltig und verantwortungsbewusst auf, sei das generell gut fürs Geschäft - und Frauen an der Spitze nur ein Indiz des erfolgreichen Wandels.
Teil 2: Welche Auswirkungen Frauen an der Spitze noch haben
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FTD.de, 20.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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