Konzentriert sich ein neuer Firmenboss dagegen darauf, Unternehmensteile zu verkaufen, kann er lediglich in den ersten zwei Jahren gegen Kollegen mit Hang zu Übernahmen und Investitionen punkten. Mittel- und langfristig lag die Performance dagegen hinter den Abschlussfreudigen, so die Studie. Für die Unternehmensstrategie sind Verkäufe - sprich Geldspritzen - damit nur kurzfristig von Bedeutung, als "quick-fix".
Deutsche vor erstem Deal eher zögerlich
Im internationalen Vergleich agieren die Geschäftsführer recht unterschiedlich. So sind Geschäftsführer deutscher Firmen vorsichtiger. Sie sind vor ihrem ersten wichtigen Geschäftsabschluss zögerlicher als die in der Studie ebenfalls untersuchten Amtskollegen in Spanien, Großbritannien oder Frankreich. Deutsche CEOs haben auch ein höheres Durchschnittsalter, wenn sie ihre Jobs antreten. Dafür sind sie aber auch länger angestellt als die europäischen Kollegen.
Britische CEOs sind dagegen erfolgsorientierter als die anderen. Sie forcieren einen Geschäftsabschluss innerhalb des ersten Jahres deutlich stärker als Geschäftsführer vom Kontinent. Französische Chefs setzen dagegen - anders als die anderen drei Nationen - eher auf Verkauf und Zerschlagung als auf Investition und Ausbau. Am ehesten relaxt gehen spanische CEOs ihren Job an: Sie haben im Verhältnis zu den europäischen Kollegen die kürzesten Bürozeiten.
Die Studie der Cass Business School der City University London, untersuchte 276 wichtige Geschäftsabschlüsse in 171 Unternehmen zwischen 1997 und 2009, die von Geschäftsführern in Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien im ersten Jahr ihrer Anstellung eingeleitet wurden. www.cass.city.ac.uk