Bruno Labbadia ist nicht mehr HSV-Trainer
Bruno Labbadia übernahm 2008 Bayer 04 Leverkusen, sein Team verzauberte die Fans in der Hinrunde, nach der Winterpause brach es total ein. Angeblich sprachen sich die Spieler in einer geheimen Abstimmung gegen ihren jungen Trainer aus, die Distanz sei zu groß gewesen. Labbadia wechselte zum HSV, brachte die Elf im Nu nach oben, um in der Rückrunde ein weiteres Mal dramatisch abzustürzen. Am Ende spielte sie so offensichtlich gegen ihren Trainer wie selten zuvor eine Mannschaft. Wieder war Labbadia an seinem Verhältnis zum eigenen Team gescheitert.
"Was die Menschen vermissen, das ist nicht Lob, das ist eigentlich Kontakt", schreibt Reinhard Sprenger. "Was sie entbehren, ist Zugewandtheit, echtes Interesse, das Gefühl, dass sie wahrgenommen werden – nicht nur als Produktivfaktor, sondern als Menschen." Diese Nähe zur Basis hat Firmengründer Rainer Schaller immer gesucht. "Ein guter Trainer muss selbst einmal Fußball gespielt haben", meint der Chef der Fitnessstudiokette McFit. Als er 1977 in Würzburg sein erstes Studio eröffnete – heute sind es mehr als 120 –, lebte er in einem Zehn-Quadratmeter-Raum der Firma, den er sich zeitweise mit anderen Trainern teilte. "Sie müssen wissen, was die Leute bewegt, was sie auf der Seele haben", sagt Schaller. Das heißt nicht, dass er von seinen Mitarbeitern nichts verlangen würde, im Gegenteil: Schaller triezt seine Crew mit geheimen Tests in den Studios, um die Service- und Beratungsqualität zu prüfen.
Mehrmals die Woche trainiert er in einer seiner Filialen. Alle zwei, drei Monate ruft er seine Studioleiter zum Meinungsaustausch zusammen. Bis zu acht Leute können dann in der Berliner Firmenwohnung übernachten – in Doppelstockbetten. Dort habe er auch schon eine Zeit lang gewohnt, sagt Schaller, und auf diese Weise ganz zwanglos sein komplettes Führungsteam kennengelernt.
Von dieser Firma könnte, einmal umgekehrt, der Fußball eine Menge lernen.