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Merken   Drucken   03.06.2010, 11:48 Schriftgröße: AAA

Führungsverhalten: Welchen Teil des Gehirns nutzt Ihr Chef?

Für verschiedene Tätigkeiten und Aktionen nutzt der Mensch verschiedene Areale des Gehirns. Die Dominanz einzelner Hirnregionen hat wesentlichen Einfluss auf die Persönlichkeit und das Verhalten. Das ist entscheidend auch für den Führungsstil. von Sabine Meinert 
Bereits in den 50er-Jahren befasste sich der amerikanische Hirnforscher Paul MacLean mit den "Gehirnmechanismen von Gefühlen". Er entwickelte die Theorie des "Dreieinigen Gehirns" ("Triune Brain"), prägte den Begriff des Limbischen Systems und untersuchte die Zusammenhänge zwischen Hirnstruktur und Verhalten.
In den 70er-Jahren entwickelte Rolf Schirm daraus ein Persönlichkeitsmodell. Typische Eigenschaften und Verhaltensdispositionen werden darin mit den einzelnen Gehirnarealen in Verbindung gebracht: dem Stammhirn, dem Zwischenhirn und dem Großhirn. Die Analyse bringt die Biostruktur eines Menschen zum Vorschein und wird in einem sogenannten Structogram dargestellt.
Silke Wöhrmann, Coach   Silke Wöhrmann, Coach
Das klingt kompliziert, ist jedoch relativ simpel und durchaus handhabbar, weiß Unternehmensberaterin Silke Wöhrmann: "Den einzelnen Hirnregionen wird eine Farbe zugeordnet. Das Stammhirn ist grün, das Zwischenhirn rot, das Großhirn blau. Die Region, die eine besondere Dominanz auf uns ausübt, bestimmt die Persönlichkeit. Die Wissenschaft kann hier also einen Schlüssel zur Selbsterkenntnis liefern."
Drei Typen: rot, grün oder blau
Eine hohe Stammhirndominanz stehe häufig für Beziehungsmenschen. Sie gehen gern auf andere zu, pflegen Kontakte, entscheiden und arbeiten eher intuitiv, so Wöhrmann. Der Hang zu Struktur und Planung sei dagegen nicht immer ihre große Stärke.
Menschen mit einer Zwischenhirndominanz sind der Typologie zufolge dagegen eher dynamisch. Sie suchen den Wettbewerb, können sich gut durchsetzen, gelten als entscheidungsfreudig und innovativ. Sie sind aber häufig auch ungeduldig - eine Folge: sie können weniger gut zuhören.
Von einer Großhirndominanz spricht man, wenn jemand eher analytisch und strukturell denkt und handelt. Solche Personen agieren zukunftsorientiert und planvoll, sie sind oft detailorientiert. Im Team und in zwischenmenschlichen Beziehungen sind sie dagegen möglicherweise eher distanziert.
"Jeder hat alle Gehirnareale und daher alle drei Farben in sich, aber eine davon überwiegt. Es gibt allerdings auch Mischformen", erläutert Wöhrmann. "Ich bin zum Beispiel eine Kombination aus Blau und Rot - also aus Groß- und Zwischenhirn-geprägt. Ich brauche eine Struktur und überlege mir viele Schritte sehr genau, aber ich versuche auch, die Ergebnisse meiner Arbeit offensiv zu präsentieren."

Teil 2: Stärken, Begrenzungen, Potenziale - was sich aus der Analyse ablesen lässt.

  • FTD.de, 03.06.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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