Gunter Dunkel
Warum sich das Blatt dann allerdings zugunsten Dunkels wendete, ist unklar. Möglich scheint, dass die Eigner ihn inmitten der tobenden Finanzkrise nicht verlieren wollten. Dunkel gilt als strategischer Kopf der Nord/LB, so hatte er beispielsweise die enge Kooperation mit der norwegischen Bank DnB Nor eingefädelt.
Im Falle einer Niederlage gegen Kaulvers hätte Dunkel die Nord/LB womöglich verlassen - zumal er bereits im Frühjahr als einziger Alternativkandidat zu Heinz Hilgert im Rennen um den WestLB-Chefposten galt, wie jetzt aus dem Umfeld der Düsseldorfer Landesbank verlautete. Während die WestLB wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten momentan mit dem Rücken zur Wand steht, ist die Nord/LB bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen.
Seine schwäbische Herkunft hört man Dunkel nicht an, stattdessen wird ihm ein gewisser Wiener Schmäh nachgesagt: Noch vor seiner Einschulung emigrierte die Familie nach Österreich und nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an. Seinen Militärdienst absolvierte Dunkel 1972 im Fernmeldeaufklärungsbataillon in Wien. In der Donaustadt studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, seinen ersten Job trat er bei der Girocredit Wien an. Es folgten Stationen bei McKinsey und der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, bevor er 1997 in den Vorstand der Nord/LB rückte. Der Vater zweier erwachsener Kinder gilt als äußerst lebhaft und charmant. In seiner Freizeit liest Dunkel viel und verbringt Zeit mit Ehefrau, Kindern und Enkelkindern in seinem Haus in Tirol.